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Viersen
Modellflieger können weiter abheben

Viersen: Modellflieger können weiter abheben
Der Modellflug-Club (MDC) Grenzland wird wohl in Breyell-Natt bleiben können. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Viersen. Windräder contra Modellflieger: Die Plätze in Brüggen und Nettetal sind für neue Anlagen ausgewiesen. So sieht es der Entwurf des Regionalplans vor. Nach den Koalitionsverhandlungen können die Breyeller aufatmen.

Der Entwurf des Regionalplans hat Sorgenfalten bei den Modellfliegern ausgelöst: Der Flugplatz des Luftsportvereins (LSV) Brüggen-Schwalmtal an der Happelter Heide war ebenso als möglicher Standort für neue Windräder ausgewiesen wie der des Modellflug-Clubs (MDC) Grenzland im nur wenige Kilometer entfernten Breyell-Natt. Doch nach den Verhandlungen von CDU und FDP über die neue Regierung unter Armin Laschet in Nordrhein-Westfalen können die Grenzland-Modellflieger wieder optimistisch in die Zukunft schauen. "Bei den Koalitionsverhandlungen werden die Abstände für Windkraftanalgen neu festgelegt, eine Entfernung von 1500 Metern soll geprüft werden", erklärt Marcus Opendrenk (47), CDU-Landtagsabgeordneter aus Nettetal.

Der Modellflug-Club Grenzland wurde im Jahr 1956 gegründet, aktuell gehören rund 120 Modellflieger dazu, darunter sind 14 Jugendliche. Seit 43 Jahren hat der Verein eine Fläche in Breyell-Natt von einem Landwirt gepachtet, dafür verfügt er über eine unbegrenzte Aufstiegsgenehmigung. Die nächsten Wohnhäuser sind mehr als 500 Meter entfernt. Wegen des Emmissionsschutzes müssen die Modellflieger diesen Abstand einhalten. Neue Windräder könnten aber - so sieht es der bisherige Entwurf des Regionalplans vor - in einer Entfernung von 550 Meter aufgestellt werden.

"Damit wären wir heimatlos - und ohne Platz hätte der Verein keine Zukunftschance", sagt der Vorsitzende Heiko Langen (73). Bereits einmal haben die Nettetaler Modellflieger einen neuen Platz suchen müssen. "Dazu sind zahlreiche Vorbereitungen und Genehmigungen notwendig. So etwas gelingt nicht innerhalb eines Jahres", sagt Heiko Langen. Mindestens ein Zeitraum von drei Jahren sei dafür notwendig. Und: "In Nettetal wäre es schwierig, eine vergleichbare Fläche zu finden", meint er.

Nach einem Anruf von Marcus Optendrenk ist der Vereinsvorsitzende aber optimistisch. "Wenn künftig 1500 Meter Abstand zu Windrädern eingehalten werden müssen, dann wären wir aus dem Schneider", sagt Langen.

Genau diesen größeren Abstand sieht der Koalitionsvertrag der NRW-Landesregierung vor. "Tausend Meter Abstand sind bereits durch Gerichtsurteile abgesichert", sagt der Nettetaler Landtagsabgeordnete. Heiko Langen hofft jetzt, dass die größeren Abstände bald rechtssicher werden.

Für den Luftsportverein Brüggen-Schwalmtal hat sich das Windkraft-Problem bereits Ende Mai in Luft aufgelöst. Bei einem damaligen Erörterungstermin für den Regionalplanentwurf wurde der Flugplatz mit einem Schutzradius von 150 bis 200 Metern aus der Konzentrationsfläche herausgenommen, die die Bezirksregierung Düsseldorf ursprünglich für neue Windräder vorgesehen hatte.

Der gesamte Bereich südlich der Hochspannungstrasse ist inzwischen aus dem Entwurf gestrichen worden. Das bedeutet für die Gemeinde Brüggen aber auch, dass sie Platz für neue Windkraftanlagen an anderer Stelle finden muss - für eine Gemeinde mit großem Waldbestand wird das keine einfache Aufgabe. 

Quelle: RP
 
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