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Niederkrüchten
Mozart-Requiem in eindrucksvoller Klangpracht

Niederkrüchten. Kirchenchor St. Bartholomäus und das Chorprojekt der Pfarre St .Cornelius Dülken traten gemeinsam auf Von Heide Oehmen

Einiges war außergewöhnlich bei dieser Aufführung des Mozart-Requiems in der vollen Kirche St. Bartholomäus in Niederkrüchten. Zunächst die Achtung gebietende Größe der Chorgemeinschaft: Mit dem Kirchenchor der Pfarrgemeinde, in dem auch der Niederkrüchtener Bürgermeister mitsingt, und dem von Giovanni Solinas einstudierten Chorprojekt der Pfarre St. Cornelius Dülken füllten 135 Sängerinnen und Sänger den Altarraum. Diesen hatten Mitglieder des Chores mit Erlaubnis des Pastors Alexander Schweikert noch entsprechend umräumen dürfen. Außerdem war der Bass-Solist erkrankt, und Dirigent Volker Mertens - seines Zeichens versierter und viel beschäftigter Solist im Oratorienbereich - übernahm kurzerhand auch den Solopart. Bewundernswert, wie er diese Kräfte zehrende Doppelbelastung meisterte.

Die große Chorgemeinschaft - verschmolzen zu klanglicher Einheit - bestach mit Klangpracht, klarer Diktion und spürbarer Freude an der großen Aufgabe, die eindringliche und faszinierende Totenmesse zu gestalten. Volker Mertens leitete mit deutlicher Zeichengebung und vollem Einsatz - zuweilen hätte er die Pianopassagen noch stärker herausarbeiten können.

Das Düsseldorfer Orchester "Camerata Louis Spohr" mit Konzertmeister Philipp Wenger, der diese Position hauptberuflich bei den "Niederrheinischen Sinfonikern" innehat, war Chor und Solisten ein aufmerksam sekundierender Partner mit hoher Klangqualität und edlen Sololeistungen. Die Streicher konnten dies zu Anfang bereits in der Introduktion zu "Die sieben Worte des Erlösers am Kreuz" von Joseph Haydn unter Beweis stellen.

Sylvia Bodamer, Sopran, und Esther Borghorst, Alt, setzten ihre kostbaren Stimmen voller Wohlklang und Strahlkraft ausdrucksintensiv und stilsicher ein. Glücklicherweise widerstanden sie der Versuchung, ob der Übermacht der männlichen Solisten (Tenor - Thomas Ströckens) zu forcieren. Doch auch so konnten sie sich überzeugend behaupten.

Um eine Minute Stille nach dem Verklingen des letzten Tones hatten die Veranstalter gebeten - das gelang tatsächlich. Doch dann brandete begeisterter, verdienter Jubel auf. Dafür dankten die Mitwirkenden mit einem in vollendeter Pianokultur zelebrierten "Ave verum".

Quelle: RP
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