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Viersen
Musik und Tanz eröffneten den Südstadtsommer

Viersen. "Bei Freudentränen von oben" begrüßte Frank Schiffers mit leichter Verspätung nur wenige Gästen, die zum Fest der Kulturen auf dem "wunderschönen neuen Gereonsplatz" gekommen waren zum Auftakt des "Südstadtsommers" wies er darauf hin, dass an Ständen leckere Spezialitäten aus den Ländern der Teilnehmer darauf warten genossen zu werden. Dann flippte er fast aus: "Da fährt doch tatsächlich einer über den Platz und das auch noch gegen die Einbahn", brüllte er ins Mikrofon. Der Autofahrer kann den Gruß nicht überhört haben. Von Ingrid Flocken

Schiffers wandte sich danach neun Damen zu, die alle in der ehemaligen Sowjetunion geboren wurden. Sie sangen, begleitet von einer Akkordeonspielerin, Lieder aus ihrer früheren Heimat, melancholisch und fröhlich. Lauthals sangen einige Besucher mit - Russlanddeutsche, die ihren Spaß an der Aufführung hatten. Sie seien kein Chor, berichtigten sie Frank Schiffers. "Wir singen seit jetzt 15 Jahren, weil es unserer Seele gut tut." Alle versicherten, dass sie sich in der Heimat ihrer Vorfahren sehr wohl fühlen.

Ob's eine Wirkung hatte, weiß man nicht, jedenfalls hörte der Regen auf, die ersten Sonnenstrahlen drangen durch die Wolkendecke. Mit ihnen sprangen die "Kleinen Sternchen" auf die Bühne, die Tanzgruppe der Kinder von russischen, polnischen und ukrainischen Eltern in der SG Dülken. Die Kleinsten sind gerade mal drei Jahre alt, die ältesten 13. Sie tanzten fröhlich und fast ballettreif, begeistert beklatscht von inzwischen immer zahlreicheren Gästen. Die Großen hatten sich die Musik "Light fire tonight" ausgesucht, alle lebten mit ihren Tänzen die Integration vor, die an diesem Tag das Motto war.

Auch Frank Schiffers widmete sich in seiner Talkrunde am frühen Nachmittag dieses Themas. Er holte Vertreter der unterschiedlichen, in Viersen heimischen Volksgruppen auf die Bühne. Zuvor hatten Tschetschenen Tänze vorgeführt, dann stellte die Tanzschule Behneke erst ihre "Kätzchen" und anschließend fast alle Gruppen ihrer Schule vor. Am Nachmittag stürmten 200 Kinder und Jugendliche die Bühne. Sie alle lernen bei Behneke zu tanzen.

Tänzerisch ging es weiter mit der Gruppe Sonnenschein, dem Chor "Raduga" und traditionellen Tänzen der Griechen. Sie beschlossen das doch noch gelungene Fest der Kulturen. Viele Ur-Viersener machten sich vertraut mit der Musik der unter ihnen inzwischen lebenden Volksgruppen.

Quelle: RP
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