| 00.00 Uhr

Schwalmtal
Musik vom Frühbarock bis zur Gegenwart

Schwalmtal. Oskar Gottlieb Blarr und Stefan Lenders gaben ein Orgelkonzert im Schwalmtaldom in Waldniel

Dank der Vermittlung des Initiators der "Tage der Kunst", Bernd R. Meyer, besuchte ein illustrer Gast den Schwalmtaldom, die Kirche St. Michael. Oskar Gottlieb Blarr gab Waldniel die Ehre und gestaltete - im Wechsel mit Kantor Stefan Lenders - ein außergewöhnliches Orgelkonzert. Blarr, 1934 in Ostpreußen geboren und seit 1945 zunächst in Niedersachsen, später in Düsseldorf lebend, wurde nach Kirchenmusik- und Schlagzeugstudien 1961 der erste Kantor an der Düsseldorfer Neanderkirche. Parallel dazu vervollkommnete er seine zweite Passion, das Komponieren, bei namhaften Tonsetzern. 1974 gründete er die Konzertreihe "3 mal neu" und lehrte an der Robert-Schumann-Hochschule. Mit hohen Auszeichnungen wurde sein vielfältiges musikalisches Wirken geehrt. Enge Verbindungen pflegt Blarr zu Israel, zu jüdischen Komponisten und Theologen, was viele seiner Werke prägt.

In Waldniel stellte der Gast zunächst eine Toccata von Girolamo Frescobaldi (1583-1643) und eine Passacaglia von Georg Friedrich Händel vor - und das auf der kleinen, im Kirchenraum postierten englischen Orgel, in die er sich "sofort verliebt" habe.

Für drei Teile aus dem im Jahre 2004 entstandenen Zyklus "Heilendes Wasser" war die große Seifert-Orgel auf der Empore besser geeignet. Leider gab es zu diesen beim ersten Hören kaum erfassbaren Tonschöpfungen keinerlei Erläuterungen für die Zuhörer.

2014 entstand das "Concerto Spirituale - Der siebte Engel", ein Kaddish (Totengesang) für den Komponisten Luigi Nono. Daraus stellte Blarr fünf "Intonationen" vor, Orgelzwischenspiele in Form von selbstständigen Miniaturen, die sich durch abwechslungsreiche Registerfarben und teils durch technische, hier bestens gemeisterte Herausforderungen auszeichnen.

Kantor Stefan Lenders bereicherte das mit viel Beifall bedachte Konzert durch drei Kompositionen von Johann Sebastian Bach: dem brillant dargebotenen Präludium und Fuge C-Dur BWV 547 und den Choralvorspielen "An Wasserflüssen Babylons" und "Schmücke dich, o liebe Seele", die er durch sorgsam gewählte Soloregister veredelte.

(oeh)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Schwalmtal: Musik vom Frühbarock bis zur Gegenwart


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.