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Viersen
Musiksommer endet mit Jazzweberei

Viersen. Zwei Konzerte des NEW-Musiksommers gab es an der Galerie im Park. Für die Aktionsgemeinschaft Viersen-West-Afrika kamen 1482 Euro zusammen. Von Ottmar Nagel

Seit dreizehn Jahren gibt es den NEW-Musiksommer in Mönchengladbach, wo die sonntäglichen Konzerte mit jeweils 1000 Besuchern an der Kaiser-Friedrich-Halle schon Kultstatus erlangt haben. Die Viersener Ausgabe ist mir zwei statt sechs Konzerten seit nunmehr drei Jahren etwas kleiner aufgestellt. Dass in Viersen ein Potenzial für diese Veranstaltung vorhanden ist, zeigte nicht zuletzt der vergangene Sonntag. Ungefähr 400 Zuschauer versammelten sich bei herrlichem Sommerwetter im Schatten vor der Galerie im Park.

Wie immer wurde auch am Sonntag in der Konzertpause für einen sozialen Zweck gesammelt. Afrika war diesmal Thema, die Spenden gingen an die Aktionsgemeinschaft Viersen-West-Afrika (AWA), deren Vorsitzende, die frühere Viersener Bürgermeisterin Marina Hammes, im Gespräch mit Moderator Frank Niessen das Anliegen des Vereins vorstellte.

Das Spendenergebnis in Höhe von 1482, 86 Euro wird für ein neues Projekt der AWA eingesetzt. "Wir wollen zehn Jugendlichen aus Togo, die in Lomé einen Studienplatz bekommen haben, die Möglichkeit eröffnen, auch am Studienort in einer Wohngemeinschaft zusammen zu leben. Das wäre ohne unsere Unterstützung nicht möglich," erläuterte Hammes die Pläne.

Für die Musik war die Jazzweberei zuständig, ein Sextett aus dem hiesigen Raum, welches sich auf traditionellen Jazz spezialisiert hat. Die Band hatte ein Programm zusammengestellt, welches vom Publikum sehr gut angenommen wurde. Viele der Melodien waren wohlbekannt, es wurde mitgeklatscht, mit dem Fuß geklopft, manche Zeilen wurden sogar mitgesungen. Namensgeber Bruno Weber, Klarinette und Saxophon, Posaunist Lou Brouns und Trompeter Michael Lemperle, der auch für den Gesang und die Moderation sorgte, bildeten die Bläsersektion, während Armin Runde Bass, Renate Weber, Banjo, und - als Gast für den verhinderten Christoph Weber - Marcel Cremer am Schlagzeug sich im Wesentlichen auf ihre Definition als Rhythmusgruppe konzentrierten.

New Orleans Jazz und Blues, Swing, Gospel, aber auch Chansons waren die Bausteine des Programms. "Oh when the Saints" wurde quirlig vorgetragen, New Orleans wurde beschworen in "Mama has gone, Goodbye" und Edith Piafs Hit "La vie en rose" als Instrumentalstück interpretiert. "Ol' Man River" erklang in getragenem Tempo, und Michael Lemperle erinnerte in seinem Gesangsvortrag nicht nur einmal an den großen Louis Armstrong. Solistisch kamen die Bläser zum Einsatz, allen voran Lou Bourns, der auf seiner Posaune nicht nur druckvolle Passagen und interessante Begleitstimmen spielte. Er zeigte mit sicherer Intonation auch die zarte Seite seines Instrumentes.

So entwickelte sich ein fast zweistündiges Konzert mit gepflegter Unterhaltung in lockerer Atmosphäre, die sich auch auf das Publikum übertrug. Moderator Frank Niessen war am Ende sichtlich zufrieden: "Die Besucherzahl hat gestimmt, die Stimmung war gut, das Ergebnis für die AWA toll. Im nächsten Jahr geht es weiter mit dem NEW-Musiksommer in Viersen. Und vielleicht kommen dann ja noch mehr Besucher."

Quelle: RP
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