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Viersen
Nachbarn kämpfen gegen Verkehrschaos

Viersen: Nachbarn kämpfen gegen Verkehrschaos
Das Wohngebiet ist nur über die Severinstraße zu erreichen. An der Kreuzung zur Hardter Straße beobachten Anwohner "gefährliche Situationen". Sie hoffen nach der Unterschriftensammlung auf eine Lösung. RP-Fotos (2): Franz-heinrich Busch FOTO: Bockert-West
Viersen. Anwohner empfinden die Kreuzung Severinstraße/Hardter Straßen als gefährlich. Eltern wie Anette Becker fürchten um die Sicherheit ihrer Kinder. Sie sammelte 140 Unterschriften für ein Lkw-Durchfahrtsverbot Von Daniela Buschkamp

Ohne die Ermahnung "Seid ja vorsichtig, passt an der Kreuzung auf" lässt Anette Becker ihre beiden Söhne nie zur Schule gehen. Anette Becker wohnt mit ihrer Familie auf der Severinstraße und schätzt die Kreuzung zur Hardter Straße als "unübersichtlich und gefährlich" ein: "Ich habe dort schon viele extreme Situationen beobachtet", sagt Mutter von zwei Grundschülern. Bereits seit vergangenem Jahr hofft sie auf eine Lösung. "Durch die Bürgermeisterwahl ist mein Antrag wohl liegen geblieben", meint sie. Mit ihrer Einschätzung steht Anette Becker nicht allein: 140 Nachbarn in Bockert-West haben sich mit ihren Unterschriften für mehr Sicherheit stark gemacht. Diese Sammlung hat die Viersenerin jetzt an die Verwaltung übergeben.

Als Unfallhäufungsstelle ist diese Kreuzung bei der Polizei bisher nicht bekannt. Nach Angaben der Kreispolizeibehörde Viersen müssen für diese Klassifizierung einige Kriterien erfüllt sein: Innerhalb eines Jahres müssen sich drei Unfälle der Kategorien "Tödlich", "schwer verletzt", "leicht verletzt" sowie "mit schwerem Sachschaden" ereignen, die jeweils auf eine Ursache zurückzuführen sind, wie etwa Auffahren oder Abbiegen. Eine Unfallhäufungsstelle liegt ebenfalls dann vor, wenn im Abstand von drei Jahren drei Unfälle mit tödlichem Ausgang oder mit Schwerverletzten oder fünf Verkehrsunfälle geschehen sind.

Anette Becker hat beobachtet, dass es "insbesondere morgens und abends durch das extrem hohe Verkehrsaufkommen im Kreuzungsbereich der Severinstraße/Hardter Straße zeitweise zu chaotischen Zuständen kommt". Dann würden die Kinder mit dem Auto zur Grundschule gebracht oder gingen zu Fuß dorthin. Dadurch würden sich Becker zufolge Autos in der Kreuzung stauen. Gefährlich werde es auch dann, wenn sich Lastwagen und Busse begegnen und auf der engen Straße aneinander vorbei fahren müssen.

Die Anwohner um Anette Becker haben auch eine Lösung für diese Situation: Sie schlagen vor, die Hardter Straße komplett für Lastwagen über 7,5 Tonnen zu sperren. Als sinnvoll schätzen sie zudem eine weitere Ausfahrt ein. Bisher sind die Häuser im 1994 errichteten Wohngebiet einzig über die Severinstraße zu erreichen. "Wenn aber der Fußweg Neuelshof zur Straße Neuelshof geradeaus verlängert wird, würde es eine zusätzliche Straße in das Wohngebiet geben", meint Becker. Dies würde auch die jetzt stark befahrene Kreuzung entlasten.

Die Mitglieder des Ordnungs- und Straßenverkehrsausschusses beschlossen, dass die Verwaltung das Thema untersuchen soll.

Quelle: RP
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