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Viersen
Naturpark erarbeitet sich ein Leitbild

Viersen: Naturpark erarbeitet sich ein Leitbild
Das Projekt "Wasserblicke" könnte in Zukunft auf andere Themen ausgeweitet werden - hier das Rohrdommelprojekt an der Nette in Leuth. FOTO: bjun (archiv)
Viersen. Im 50. Jahr des Bestehens erarbeitet der Naturpark Schwalm-Nette einen Naturparkplan, um Akzente für die Zukunft zu setzen. Im Herbst soll dieser vorliegen. In Wegberg wurde jetzt daran gearbeitet Von Andreas Speen

Um den Naturpark Schwalm-Nette langfristig als Vorbildlandschaft zu etablieren, soll er stärker als Marke profiliert und stärker grenzübergreifend positioniert werden. In den Blick soll er das ausgewogene Verhältnis zwischen Naturschutz und Tourismus nehmen. Und von ihm sollen mehr Projekte, wie die Vermarktung von regionalen Produkten, initiiert werden.

Im 50. Jahr seines Bestehens erarbeitet der Naturpark Schwalm-Nette ein neues Leitbild. Vor zwei Jahrzehnten war ein solches zuletzt erstellt worden. Zeit also, sich neuerlich Gedanken über die Zukunft zu machen. Der Leitbildentwurf wurde jetzt in Wegberg diskutiert, und erste Projektideen wurden entworfen. Der Auftakt, das Leitbild zu entwickeln, war im Oktober in Brüggen gegeben worden, so dass nach mehreren Workshops in Wegberg bereits die übergeordneten Leitziele vorgestellt werden konnten.

"Nach 50 Jahren des Bestehens ist es gut und wichtig, die Akzente für die Zukunft richtig zu setzen", sagte Michael Puschmann, Geschäftsführer des Naturparks Schwalm-Nette, in Wegberg. Die Ressourcen seien endlich, sowohl die der Natur als auch die der Finanzen. Insofern sei es notwendig, ein Leitbild und damit verbundene Projektvorhaben zu besitzen, um sich zukunftssicher aufzustellen. "Wir sind guter Dinge, dass wir im Herbst einen nachhaltigen Naturparkplan vorliegen haben", erklärte Puschmann.

Luftschlösser werden nicht geplant. "Der Naturparkplan soll innovativ, praktikabel und umsetzbar sein", betonte Christian Rast, einer der Entwickler vom Büro ift für Freizeit- und Tourismusberatung. Vier Leitziele wurden in Wegberg entsprechend der Maßgabe vertieft: die Regionalentwicklung, der Natur-, Landschafts- und Kulturlandschaftsschutz, die Umweltbildung sowie Tourismus, Naherholung und Freizeit. Es wurde darüber nachgedacht, wie mehr Orte als die bisherigen Naturparkzentren als "außerschulische Bildungsorte" eingebunden und wie die Besucherinformation intensiviert werden können. Die Menschen sollen für den Naturpark sensibilisiert und emotional für das in Deutschland einmalige Angebot gewonnen werden.

Über die Niederlande wurde in mehrerlei Hinsicht gesprochen. Es sei dort ein Besucherpotenzial vorzufinden, das längst noch nicht ausgeschöpft ist. Rund zehn Millionen Menschen seien in einem Radius zu erreichen, der sich für Tagesausflüge in den Naturpark Schwalm-Nette anbietet. Auch solle sich der Naturpark noch mehr mit dem grenzüberschreitenden Naturpark Maas-Schwalm-Nette als Touristenziel positionieren.

Der Naturpark Schwalm-Nette müsse künftig stärker auf die Zielgruppen achten, hieß es. Mit einer moderneren Sprache solle an die Jugend herangetreten werden. Alleinstellungsmerkmale wie die Premiumwanderwege im Flachland sollten gestärkt werden. Darüber hinaus sollen neben den Wanderern in Zukunft auch Radfahrern mehr Angebote gemacht werden. Zu achten sei dabei auf die Harmonie zwischen Mountainbikern und anderen Nutzern der Premiumwege. Und zuletzt solle überlegt werden, wie das Projekt "Wasserblicke" auf andere Themen ausgeweitet werden könnte. In vier Workshop wird der Naturpark Schwalm-Nette die Ideen aus Wegberg, die zu den Leitzielen entstanden sind, bis August vertiefen. Spätestens im Herbst soll die Verbandsversammlung des Naturparks über den dann vollendeten Naturparkplan diskutieren und beschließen können.

Quelle: RP
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