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Niederkrüchten
Neue Ferienhäuser am See

Niederkrüchten. Am Niederkrüchtener Ufer des Hariksees sollen Wochenend-Häuschen nach Schwalmtaler Vorbild entstehen. Auf dem Gelände des Campingplatzes Mühlrather Mühle sollen 21 Häuser gebaut werden – auch für Gehbehinderte. Von Anne Goch

Als vor einigen Jahren die Planungen liefen, am Hariksee einige Wochenendhäuser zu errichten, führte das zu erregten Diskussionen im Schwalmtaler Rat und in den Ausschüssen. Es ging um die Frage, ob dort jemand dauerhaft einzieht und warum es keinen öffentlichen Weg entlang des Ufers geben wird. Auch die Frage, ob sich da eine vermeintliche "Elite" die besten Plätze am See sichert und die Erholungssuchenden auf der Strecke bleiben, wurde mehr als einmal gestellt.

Die Häuser stehen, es ist Ruhe eingekehrt. Weil jetzt die Familie Mocken, bereits Bauherren für das Schwalmtaler Projekt, mit ähnlichen Plänen für ein Niederkrüchtener Areal kommt, tauchen die Fragen wieder auf. Aber nicht mehr in so scharfem Ton wie damals in Schwalmtal. Denn es geht um den Campingplatz an der Mühlrather Mühle, der dieser Bebauung weichen soll. "Ich bin froh, wenn die jetzige Nutzung so schnell wie möglich verschwindet", sagt Franz Jansen (CDU) im Planungsausschuss. Auch Jörg Stoltze (SPD) spricht von einem "gelungenen Konzept". Seinen Fraktionskollegen Andreas Krämer freut besonders die Tatsache, dass man als Fremdenverkehrsgemeinde, die Niederkrüchten ja sein wolle, nun auch behindertengerechte Angebote mache.

Ebenerdig für Gehbehinderte

Insgesamt sollen maximal 21 Häuser entstehen. Einige als "Typ 1" genau so wie am oberen Hariksee: Mit einer Grundfläche von etwa 50 Quadratmetern, rund fünf Meter hoch. Wohn- und Essbereich, dazu ein Schlafraum und ein Bad. Über eine steile Stiege erreicht man noch eine zusätzliche Schlafkammer im Spitzboden. Weil man inzwischen wisse, dass auch Gehbehinderte sich für solche Wochenendhäuser interessieren, habe man den "Typ 2" entworfen, so Planer Bernd Michael Wegmann. Der ist flacher und bringt auf etwa 65 Quadratmetern ebenerdig auch das zweite Schlafzimmer mit unter. Hier soll die komplette Ausführung rollstuhlgerecht sein.

Wie schon in Schwalmtal hat sich Ralf Mocken den Landschaftsarchitekten Joachim Scheller mit ins Boot geholt. Umweltbericht und auch die Vorprüfung auf die Belange der Fauna-Flora-Habitat-Bedingungen sind bereits gelaufen. Ein solches besonders schützenswertes FFH-Gebiet liegt nämlich direkt nebenan. Das Ergebnis der Vorprüfung: Die neue Nutzung ist aus Umweltgesichtspunkten eine deutliche Verbesserung. Über den als sehr wertvoll eingeschätzten Uferbereich sollen nur Stege führen, damit sich Tiere und Pflanzen darunter ungestört entwickeln können. Die Öffentlichkeit erhält an drei Stellen Zugang zum See, unter anderem an den Liegeplätzen für Segelboote. Der Planungsausschuss brachte die notwendigen Änderungen für Flächennutzungs- und Bebauungsplan jetzt einstimmig auf den Weg.

Quelle: RP
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