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Kreis Viersen
Neue Kita-Streiks drohen schon in zwei Wochen

Die Geister-Kitas von Düsseldorf
Die Geister-Kitas von Düsseldorf FOTO: Endermann, Andreas (end)
Kreis Viersen. Sollte es zu einer erneuten Arbeitsniederlegung kommen, sind einige Kommunen im Kreis deutlich schlimmer betroffen als andere. Von Sebastian Fuhrmann

Eltern im Kreis Viersen dürfen erst einmal aufatmen. In den kommenden beiden Wochen soll im Verdi-Bezirk linker Niederrhein zunächst nicht gestreikt werden. Das teilte die Gewerkschaft gestern auf Anfrage mit. "In den nächsten 14 Tagen wird im Bereich Viersen erst einmal nicht gestreikt", sagte der stellvertretende Bezirks-Geschäftsführer Dominik Kofent.

Seit Jahresmitte kämpfen Erzieher und Sozialarbeiter, die nach dem Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst bezahlt werden, für mehr Lohn. Mitglieder der Gewerkschaft hatten am Wochenende die Verhandlungen mit den Arbeitgebern für gescheitert erklärt und bei einer Mitgliederversammlung gegen den Schlichterspruch von Ende Juni gestimmt, der Erziehern in kommunalen Kitas 3,2 Prozent mehr Gehalt hätte bringen sollen. Übermorgen soll ein letztes Mal verhandelt werden. Kommen die Streitparteien dann nicht zu einem Konsens, seien weitere Streiks laut Verdi "unumgänglich".

"Wann genau dann in Viersen gestreikt wird, darüber werden wir, wenn es soweit ist, frühzeitig informieren", sagte Kofent. Viele Eltern hatten befürchtet, dass schon am Freitag dieser Woche gestreikt werden könnte. Dazu wird es nicht kommen.

Als Grund nannte Kofent, dass in den Kindertagesstätten derzeit die Eingewöhnungszeit der neuen Kinder laufe. Darauf wolle die Gewerkschaft Rücksicht nehmen. Ist diese Zeit vorbei, ist es mit der Rücksichtnahme wohl vorbei. Der Geschäftsführer verwies auch auf die Äußerungen von Verdi-Chef Frank Bsirske, der "unkonventionelle Streiks" angekündigt hatte, wollte das Vorhaben der Gewerkschaft aber nicht weiter kommentieren.

Eltern im Kreis Viersen würde ein erneuter Streik hart treffen. Viele hatten sich schon im vergangenen Streik im Juni, als viele Einrichtungen über Wochen komplett geschlossen blieben, Urlaub genommen, um die Kinder selbst zu betreuen. Nun, nach den Sommerferien, ist der Urlaub bei vielen aufgebraucht.

Gute Nachrichten gibt es für Eltern aus der Stadt Viersen. "Wir haben uns vorgenommen, dieses Mal keine Kita ganz zu schließen", sagte der Erste Beigeordnete der Stadt, Dr. Paul Schrömbges, der sich vom Ergebnis der Abstimmung überrascht zeigte, es aber "nicht weiter kommentieren" wollte. "Die Mitarbeiter, die nicht streiken, werden den Betrieb im Rahmen des Möglichen aufrechterhalten", fügte er hinzu. Während des vergangenen Streiks im Juni mussten in Viersen drei Kindertagesstätten komplett geschlossen werden.

Andere Städte oder Gemeinden hatte der Tarifstreit weniger hart getroffen. So wie die Stadt Nettetal; dort war nur eine Kindertagesstätte vom Streik betroffen. Grund dafür ist die Struktur der Betreuungslandschaft. "Wir haben nur drei städtische Kindertageseinrichtungen", sagt Roswitha Karallus, Sprecherin der Stadt. "Der Rest ist in kirchlicher oder privater Trägerschaft." Gestreikt wird, wenn überhaupt, nur in den kommunalen Kindertageseinrichtungen.

Quelle: RP
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