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Kreis Viersen
Neue Kunden im Ausland finden

Kreis Viersen: Neue Kunden im Ausland finden
Ihre Premiere am Düsseldorfer Messegelände erleben die beiden Unternehmen QTM und Unirobot GmbH aus Schwalmtal-Waldniel. FOTO: C. Stillmann
Kreis Viersen. Bei der Drupa, einer der weltweit größten Messen für den Druckbereich, präsentieren sich auch vier Firmen aus der Westkreis einem internationalen Fachpublikum. Darunter auch ein Weltmarktführer Von Manfred Meis

Mit ihren Rahmen für den Siebdruck ist die Breyeller Anton Hurtz GmbH europaweit bekannt. "Wir sind Weltmarktführer", sagt Geschäftsführer Wolfgang Lefering. Doch das bedeute nicht, sich auf dem Polster eines "hidden champion" auszuruhen. "Wir wollen weitere Kunden in Übersee gewinnen", begründet er den Auftritt des Unternehmens bei der Drupa, die als globale Leitmesse für den Printbereich gilt. Der Messetermin war in den vergangenen Jahrzehnten stets ein Pflichttermin der Firma. Gleich in den ersten Tagen hat Lefering einen Erfolg verbucht: "Wir haben nun auch einen Kunden in Äthiopien."

Dass sein Unternehmen einmal Zulieferer für die Druckindustrie sein würde, hatte Anton Hurtz sicher nicht geahnt, als er 1908 in Düsseldorf die "Fabrik für Brauerei- und Kältebedarf" gründete und vorwiegend Eiszellen herstellte. Immerhin blieben sie bis 2005 im Produktionsprogramm der 1920 nach Breyell-Onnert übergesiedelten Firma, in dem längst andere Schwerpunkte standen. In den 1950er-Jahren kamen die Siebdruckrahmen aus Aluminium, Edelstahl und Stahl hinzu, die bald der größte Umsatzbringer wurden. Weiterentwicklungen führten dazu, dass in den 1980er-Jahren auch Siebdruckrahmen für das Bedrucken von CDs angeboten werden konnten. Jüngste Entwicklung ist ein Profil für die Herstellung von Großrahmen, damit können Glasscheiben bis zwölf Meter Länge bedruckt werden. Neben den Siebdruckrahmen stellt die 25 Mitarbeiter starke Hurtz-Truppe auch Paletten, Gitterboxen und Container aus Aluminium für die Pharma-, Kosmetik-, Chemie- und Lebensmittelindustrie her.

Die Hanns Eggen GmbH bietet Chemikalien an. FOTO: C. Stillmann

Erstmals stellen die beiden Waldnieler Unternehmen QTM GmbH und Unirobot GmbH in Düsseldorf aus, nachdem sie bisher Hausmessen an ihrem Sitz Vogelsrather Weg 53 zum Drupa-Termin veranstaltet hatten. "Wir wollen näher an Unternehmen in Schwellenländern heran", erklärt Geschäftsführer Jürgen Wyes. In den baltischen Staaten, in Iran, Pakistan und Indien sieht er neue Chancen vor allem für den Handel mit gebrauchten Bogen-stanzen für die Faltschachtelherstellung in der Papierindustrie. QTM - der Name steht für Qualität-Technik-Management - bietet einen Rund-um-Service für Bogenstanzen und ist autorisierter Servicepartner für Heidelberg Dymatrix-Stanzen. Gehören die Dymatrix-Produkte zu den "Youngtimern" (nur fünf Jahre alt), so sind Wupa- und WPM-Maschinen zu den Oldtimern zu rechnen. Ihrer nehmen sich die beiden Unternehmen bei der Aufarbeitung "wie neu" mit besonderer Sorgfalt an, denn damit kommen sie an ihre Wurzeln.

WPM - das Kürzel steht für Woschnik und Partner Maschinenbau - entstand nach der Insolvenz der Brüggener Wupa-Maschinenfabrik, um den Service für die Wupa-Maschinen zu sichern. Später wurden in Mönchengladbach-Güdderath aber auch Bogenstanzen hergestellt. Als der große Konkurrent Jagenberg WPM übernahm, gründete "Partner" Norbert Quenzel (Amern) 2003 die QTM und baute fünf Jahre später das neue, 5000 Quadratmeter große Betriebsgebäude auf dem Mutzer in Waldniel. Dort ist ausreichend Platz für Maschinen und die Fertigung von Ersatzteilen. "Wir können 35.000 Ersatzteile bauen", sagt Mit-Geschäftsführer Werner Peters. Mit Unirobot ist ein Partner im Haus, der sich um die Automatisierung der Bogenstanzen kümmert: Menschliche Arbeitskraft wird durch Roboter ersetzt. Er entwickelt auch Software und baut Schweißzellen für die Auto-Industrie. Beide Unternehmen zählen 52 Mitarbeiter, 25 sind direkt im Service tätig. Vom 7,1 Millionen Euro Umsatz entfallen zwei Drittel auf den QTM-Service. Wobei das Kürzel intern auch oft mit "Quenzels tolle Maschinen" übersetzt wird. Diese wurden Drupa-Besuchern am Wochenende auch per Shuttle-Bus in Waldniel gezeigt.

Ein umfangreiches Programm an Chemikalien wie Entwickler und Feuchtmittelzusätze bietet die Hanns Eggen GmbH aus Bracht an. Diese umweltschonenden Zusätze helfen dabei, den Isopropylalkohol im Feuchtmittel zu reduzieren oder ganz auf ihn zu verzichten. Nach den Worten des Geschäftsführers Axel Thölen setzen sie "Maßstäbe für den prozesssicheren Offsetdruck an den modernen hochproduktiven Bogen- und Rollenoffsetmaschinen". Das 1933 in Hannover gegründete und seit 2007 am Mühlenweg beheimatete Unternehmen produziert mit 40 Mitarbeitern täglich über 50.000 Kilogramm Chemikalien. Präsentiert werden in Düsseldorf auch exakt kalibrierte, rutschfeste Druck-Unterlagebogen. Das Unternehmen hofft, neue Kunden zu finden, "vor allem im asiatischen Raum", um damit den Exportanteil weiter zu erhöhen.

Quelle: RP
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