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Viersen
Neue Pläne für Coffeeshop in Grenznähe

Viersen: Neue Pläne für Coffeeshop in Grenznähe
Das über hundert Jahre alte Restaurant "De Kraal", benannt nach dem alten Stadion des VVV-Venlo, das gleich daneben liegt. Das Vorhaben ist der Stadt Venlo bekannt, aber bisher nicht konkret untersucht worden. FOTO: Busch
Viersen. Die früheren Betreiber von "Oase" und "Roots" haben angeblich Interesse am Restaurant "De Kraal". Von Ludger Peters

Wird demnächst wieder ein Coffeeshop in Grenznähe eröffnet, der auf deutsche Kunden abzielt? Angeblich soll das Restaurant "de Kraal" am Kaldenkerkerweg, direkt neben dem ehemaligen VVV-Stadion, dafür hergerichtet werden. Der Eigner des Restaurants "de Kraal" spricht auf Anfrage jedoch nur von einem "Scherz, der aber schon vor einigen Jahren gemacht wurde", und die Stadt Venlo selbst weiß zwar etwas von Plänen, hat sich offiziell aber bisher nicht damit beschäftigt.

Nach Medienberichten in Venlo befassen sich die früheren Betreiber des Doppel-Coffeeshops "Oase" und "Roots" mit Plänen, einen neuen Anlauf zu nehmen. Demnach sollen Mitglieder des Stadtrates darüber informiert worden sein, angeblich soll es sogar eine Führung für sie im Zusammenhang mit dem Lokal geben. "Klein" soll der Coffeeshop sein, für einen nicht allzu großen Kundenkreis, heißt es in Berichten zu dem Vorhaben.

"Die Initiative ist der Stadt bekannt. Sie wurde aber bisher weder eingeordnet noch näher besprochen", erklärte ein Sprecher der Stadt Venlo auf Anfrage. Immer liege aber eine "erste Einschätzung" vor, nach der ein Coffeeshop an dieser Stelle eher schwierig zu beurteilen sei. Die einschlägige Zulassungsverordnung der Stadt Venlo über Coffeeshops sei beschränkt auf Standorte, an denen sie möglich seien. Das Restaurant "de Kraal" falle nicht darunter.

Der Sprecher der Stadt weist außerdem darauf hin, dass sie im Augenblick ihre eigene Strategie überprüft und aktualisiert. Dabei werde auch die Situation im Umfeld der bestehenden Coffeeshops und deren Betrieb beurteilt. Die Niederlande seien außerdem damit beschäftigt, ihre Drogenpolitik neu zu ordnen "Es ist logisch, diese Entwicklungen dann bei der Beurteilung neuer Initiativen einzubeziehen", erklärt der Sprecher. Keinesfalls aber wolle Venlo zurückfallen in jene Zeit, als die Stadt Ziel von massenhaftem, grenzüberschreitenden Drogentourismus gewesen sei. Auch das werde selbstverständlich bei der Überarbeitung der Politik zum Umgang mit den Coffeeshops in der Stadt eine gewichtige Rolle spielen.

Der Eigner des Restaurants "de Kraal", der namentlich nicht genannt werden möchte, vermutet, dass die Initiative auch damit zusammenhängt, dass um die beiden noch geöffneten Coffeeshops in der Stadt einiger Ärger entstanden ist. Die Belastung der Nachbarschaft durch Kunden, sei es durch Lärm, Verkehrsaufkommen und andere Probleme, sei wohl beträchtlich. "Es gibt im Umfeld wohl schon länger Klagen", meint er. Das habe möglicherweise die einstigen Oase-Roots-Betreiber auf den Gedanken gebracht, an anderer Stelle einen neuen Versuch für die Einrichtung eines Coffeeshops an der Peripherie zu unternehmen.

Der im Mai 2012 eingeführte "Wietpas", eine Art Klubausweis für den Zugang zu Coffeeshops, war von Beginn an umstritten. Er verwehrt ausländischen Besuchern zwar den Zugang zu Cannabisprodukten in den Coffeeshops. Aber es gelang hartnäckigen Kunden wohl dennoch immer, über krumme Wege dort einzukaufen. Außerdem gab es die Wiederkehr der Straßenkriminalität, die mit der liberaleren Form durch den Verkauf in Coffeeshops auch an Ausländer erheblich eingeschränkt worden war. Bürgermeister Antoin Scholten war von Beginn seines Amtsantritts bemüht, das Image Venlos als Drogenmetropole zu tilgen. Dennoch gab es im Stadtrat immer wieder Politiker, die den "wietpas" keineswegs für eine gute Idee halten. Nach ihren Beobachtungen nahmen nach seiner Einführung Straftaten wie Geldwäsche, Prostitution, Erpressung und vor allem auch wieder der Straßenverkauf von Drogen zu.

Der Besitzer des Restaurants "de Kraal" macht kein Geheimnis daraus, dass er ein gutes und legales Geschäft gegebenenfalls auch mit Coffeeshop-Betreibern recht gerne machen würde. "Wenn einer mit einem Haufen Geld kämme und mich fragt, dann ist mir das egal. Dafür bin ich doch Unternehmer", meinte er.

Quelle: RP
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