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Viersen
Neuer Schirmherr für "Viersen open art"

Viersen: Neuer Schirmherr für "Viersen open art"
Bürgermeisterin Sabine Anemüller (li.) überreichte dem neuen Schirmherren Peter Rübsam (2.v.li.) an der Jupp-Rübsam-Straße in Dülken einen Schirm. Mit dabei: Intendantin Sabine Schumacher von der Initiative Viersen open art und Michael Willemse, Vorstandsmitglied des Sponsors Volksbank. FOTO: Jörg Knappe
Viersen. Die Initiative eröffnet am 19. August zum fünften Mal eine Open-air-Kunstausstellung im Viersener Lyzeumsgarten. In dieser Woche wurde Bildhauer Peter Rübsam als neuer Schirmherr vorgestellt Von Sigrid Blomen-Radermacher

Mit großer Freude und einigem Stolz begrüßte Uwe Peters von der Initiative "Viersen open art" den Düsseldorfer Bildhauer Peter Rübsam. Dies taten er und seine Mitstreiter sowie Michael Willemse, Vorstandsmitglied des wichtigsten Sponsors, der Volksbank, nicht irgendwo, sondern auf einem kleinen Platz an der Jupp-Rübsam-Straße in Dülken.

Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD), die es sich nicht hatte nehmen lassen, dem Schirmherrn einen Viersener Schirm zu überreichen, erklärte, wie es zu der Namensgebung gekommen war: Nach der Fertigstellung des Neubaugebietes 2004 beschloss die Politik, die Straßen nach Künstlern aus der Region zu benennen. Jupp Rübsam lebte viele Jahrzehnte in Hinsbeck. Von ihm erhielt Sohn Peter die ersten Anregungen zu modellieren und Gipsabdrücke zu erstellen.

Jupp Rübsam, 1896 in Düsseldorf geboren, starb 1976 in Nettetal. Er war Meisterschüler an der Kunstakademie Düsseldorf und Mitglied der Avantgarde-Künstlergruppe Junges Rheinland. Seit 1942 lebte und arbeitete er in Hinsbeck. Dort wuchs sein Sohn Peter Rübsam, geboren 1941 in Nümbrecht, auf. Peter Rübsam absolvierte zunächst ein Steinmetzpraktikum bei Erich Moog in der Eifel, lernte Holzbildhauerei und studierte dann Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Peter Rübsam lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Dass es einen Straßennamen gibt, der seinem Vater gewidmet ist, war Peter Rübsam bis zu seinem Kontakt mit Uwe Peters unbekannt gewesen, aber Dülken ist ihm schon lange vertraut: Es war in den 1950er-Jahren, als er "in einem Jazzlokal in oder neben der Mühle" Musik gemacht hat. "Die Bildhauerei ist für mich das Standbein, die Musik ist das Spielbein", zitierte Uwe Peters den Bildhauer, und der erzählte eine Geschichte aus seinem Leben. Er habe seine Eltern "platt geredet", ihm zu Weihnachten eine Trompete zu schenken. Unter strengen Auflagen, bloß in der Schule nicht nachzulassen, wurde ihm dieser Wunsch erfüllt. Und was passierte: "In dem Schuljahr blieb ich sitzen."

Mit seiner Jazzband "Das Kaiser Trio" ist Rübsam oft aufgetreten, "doch die Musikszene hat sich verändert, wir spielen weniger". Eine Leidenschaft aber ist es immer noch. Und so wird Rübsam auf der nächsten Viersen open art nicht nur seine Skulpturen zeigen, sondern auch den musikalischen Teil bestreiten.

Ausstellen wird der Bildhauer eine Reihe von Torsi und kleinformatigen Marmorskulpturen. Transportfähig müssen sie halt sein - aber auch dafür, sagt Peters, sorge der Sponsor Volksbank.

Typisch für die Kunst des Peter Rübsam ist sein Spiel mit dem Material: Aus Sandstein oder Marmor gestaltet er Dinge, die von Natur aus weich sind - Kissen, Taschen. Seine gemeißelten "Faltungen" sind verblüffend. Und wieder gab es eine Geschichte: Zu einem Geburtstag hatte Rübsam Gäste in sein Atelier in Düsseldorf-Golzheim geladen. Zu vorgerückter Stunde wollte ein Gast seinen Kopf auf ein Kissen legen und schrie auf: Das Kissen war aus Marmor. "Vor dem Rübsam muss man sich in Acht nehmen", warnte Peters lachend.

Um diesen Rübsam und seine Arbeiten in der Region kennenzulernen, bietet Viersen open art im Mai eine Exkursion an.

Quelle: RP
 
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