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Niederkrüchten
Niederkrüchten gründet Hilfe-Netzwerk

Niederkrüchten: Niederkrüchten gründet Hilfe-Netzwerk
Rund 50 Teilnehmer sammelten bei der Auftaktveranstaltung für das Netzwerk "Niederkrüchten hilft" Ideen, wie sich die Hilfsangebote bündeln lassen. Zentrale Anlaufstelle soll die Gemeindeverwaltung sein. FOTO: Heike Ahlen
Niederkrüchten. In Elmpt hat sich das Netzwerk "Niederkrüchten hilft" gegründet. Rund 50 Engagierte kamen. Sie wollen Listen erstellen mit Angeboten für alle, die Hilfe brauchen - seien es Flüchtlinge, seien es hilfebedürftige Niederkrüchtener. Von Heike Ahlen

Welche Hilfe wird gebraucht? Das ist die entscheidende Frage, wie die rund 50 Teilnehmer der Auftaktveranstaltung für das Netzwerk "Niederkrüchten hilft" schon nach wenigen Minuten feststellten. Natürlich ist die Idee, ein solches Netzwerk jetzt auf die Beine zu stellen, von dem Gedanken an die vielen Flüchtlinge getragen, die ab Dezember in den ehemaligen Javelin Barracks in Elmpt leben sollen. Aber, und das betonte Yvonne Jeurißen, die mit Bennet Gielen zu diesem Abend eingeladen hatte, ausdrücklich: "Es geht um Hilfe für alle Menschen, die in Niederkrüchten Hilfe brauchen - nicht nur um Flüchtlinge." So könnten beispielsweise auch ein Vorlese-Dienst im Altenheim, die Hilfe beim Einkauf für ältere Menschen oder die Familienbetreuung, falls ein Elternteil schwer erkrankt, dazugehören.

In vielen Fragen in kleinen und größeren Diskussionsrunden ging es aber doch um die Vorbereitung der Hilfe für die Menschen, die ab Dezember kommen sollen. Da gab es Fragen nach einer Vorbereitung für die Helfer in sprachlicher wie kultureller Hinsicht ebenso wie nach einer Einbeziehung der Flüchtlinge in die Hilfe ebenso wie die Frage danach, wie man Menschen am besten Willkommen heißt und ein gegenseitiges Vertrauen schafft. Es gab etliche Ideen, wie man in Niederkrüchten die verbleibenden zwei Monate bis zur Ankunft der ersten Flüchtlinge nutzen könnte. So soll eine Art Liste entstehen, auf der alle Arten von Hilfe angeboten werden können - unter anderem, wer dolmetschen kann, wer wie viele Stunden pro Woche helfen möchte und welche Hilfsangebote es geben könnte.

Weil auch deutlich wurde, dass nicht alle potenziellen Helfer das Internet nutzen möchte, wurden sich die Teilnehmer des Abends einig, dass zum einen eine Art Internet-Datenbank mit angeschlossenem interaktiven Forum eingerichtet werden soll, dass diejenigen, die es möchten, per E-Mail informiert werden, dass aber auch eine Zusammenarbeit außerhalb des Internets durch weitere Treffen sichergestellt werden soll.

Als Wunsch kam die "zentrale Anlaufstelle bei der Gemeinde" auf. Auch einen Flyer mit Hilfsangeboten und Ansprechpartner wünschten sich die Ehrenamtler. Dafür müsste man Sponsoren finden, die die Druckkosten übernehmen. So soll gewährleistet werden, dass jeder, der helfen möchte - ganz gleich, ob Flüchtlingen oder anderen hilfebedürftigen Menschen - einen Ansprechpartner hat. Viele Vereine wollen sich beteiligen. Das Deutsche Rote Kreuz Niederkrüchten beispielsweise, stark vertreten an diesem Abend, bot seine Hilfe an, auch Musik- und Sportvereine hatten Vertreter zur Auftaktversammlung geschickt. Doch vor der Hilfe sind bürokratische Hürden zu meistern. So muss jeder, der als Ehrenamtler in einer Flüchtlingseinrichtung tätig werden will, ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen und einen Vertrag mit der Bezirksregierung schließen.

Bei European Homecare, der Institution, die hauptamtlich die Betreuung der Flüchtlinge in den Javelin Barracks übernimmt, stieß das große Engagement der Niederkrüchtener nicht auf viel Gegenliebe. "Dafür ist es noch viel zu früh", beschied Pressesprecher Klaus Kocks eine entsprechende Anfrage. "Die Struktur der Einrichtung ist noch völlig unklar." Entscheiden, was gebraucht werde, könne man erst, wenn die ersten Menschen da seien. Und möglicherweise werde sich der Bedarf stetig ändern - je nachdem, aus welchen Ländern und mit welchem Hintergrund neue Flüchtlinge nachrückten.

"Wir freuen uns über das Engagement in Niederkrüchten, und ich bin mir sicher, dass wir auf die kommende Unterstützung zurückgreifen werden", sagt hingegen William Wofgramm, Pressesprecher der Bezirksregierung. Bis jetzt sei die Struktur tatsächlich noch recht unklar. Er hoffe, nach den Herbstferien genauere Angaben machen zu können. Die Erfahrung in anderen Kommunen habe gezeigt, dass eine Anlaufstelle bei der Kommune, bei der alles zusammenlaufe, sinnvoll sein könne. Jetzt zunächst alle Informationen und Hilfsangebote zu sammeln, sei der richtige Weg.

Quelle: RP
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