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Niederkrüchten
Niederkrüchten ist auf dem Weg

Niederkrüchten: Niederkrüchten ist auf dem Weg
Sternsinger aus Niederkrüchten, Oberkrüchten und Elmpt - hier mit Bürgermeister Kalle Wassong links am Mikrofon - brachten den Segen auch in die Begegnungsstätte und sammelten beim Neujahrsempfang Spenden für Hilfsprojekte für Kinder in aller Welt. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Niederkrüchten. Vor rund 400 Gästen in der Begegnungsstätte richtete der neue Bürgermeister Kalle Wassong den Blick in die Zukunft. Das Ehrenzeichen der Gemeinde erhielt die Niederkrüchtener Flüchtlingshilfe. Von Jochen Smets

Bürgermeister Kalle Wassong war am Silvesterabend im Kino. Mit seiner Ehefrau Helga hat er sich den Film über Hape Kerkelings Pilgerreise nach Santiago de Compostela angeschaut. Der Titel des Films - "Ich bin dann mal weg" - habe nichts mit seinem persönlichen Jahresmotto zu tun, versicherte er schmunzelnd. Denn Wassong ist ja gerade erst da - und präsentierte sich bei seinem ersten Neujahrsempfang voller Tatendrang.

Das Bild vom Kino war der rote Faden in Wassongs Rede. Programm-Highlights 2015 waren aus seiner Sicht die Abschiedsparade der Briten, die Verabschiedung des scheidenden Bürgermeisters Herbert Winzen, Wahlkampf und Bürgermeister-Wahl, die Veranstaltung "Herz statt Hetze", der erste Bürgerentscheid, die Eröffnung der Flüchtlings-Unterkunft auf dem Flughafengelände. Den Vollsortimenter-Streit fachte Wassong nicht weiter an. Er stellte betont sachlich fest, dass ausschließlich über den Standort Heineland entschieden worden sei. Die Frage des Betreibers stehe an und werde in den nächsten Wochen geklärt.

Wassong ging es in seiner Rede weniger um den Rückblick als um den Ausblick. Die Gemeinde sieht er dabei in einem Road-Movie - "ein Film, der Menschen auf dem Weg zu einem Ziel zeigt". Der Bürgermeister brachte das auf die Formel "Kompass 2030". Wassong möchte die Zukunftsentwicklung von Wahlperioden entkoppeln: "Es geht darum, in einem möglichst engen Schulterschluss zwischen Politik, Bürgerschaft und Verwaltung konkrete Entwicklungen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und anderer wichtiger Faktoren zu beschreiben und zu vereinbaren."

Konkrete Themen und Ziele des Wassongschen Road-Movies "Niederkrüchten 2016" stehen indes schon fest: Dazu gehören die Erschließung und Vermarktung des Neubaugebiets "Oberkrüchtener Weg", die Einleitung der Planverfahren für einen Vollsortimenter im Heineland, die Verbesserung der Versorgungssituation in Alt-Niederkrüchten, die Gründung einer Entwicklungsgesellschaft zur gewerblichen Nutzung des ehemaligen Elmpter Militärgeländes, der Breitbandausbau mit Glasfaser in möglichst allen Ortsteilen und Gewerbebereichen sowie die Anschaffung zweier neuer Fahrzeuge für die Feuerwehr. Der neue Jugendtreff an der Lehmkul in Elmpt werde am 27. Februar offiziell eröffnet. Das Versprechen, ein bürgernaher Bürgermeister zu sein, will Wassong einlösen: So will er sein Angebot des Bürgerdialogs erweitern und eine Dorf- beziehungsweise Quartierskonferenz anstoßen.

Das Ehrenzeichen der Gemeinde, das herausragendes bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement würdigt, geht in diesem Jahr an die Flüchtlingshilfe in der Pfarre St. Bartholomäus. Darin haben sich rund 50 Bürger zusammengeschlossen, die sich insbesondere den derzeit rund 140 Flüchtlingen widmen, die in den gemeindlichen Unterkünften zum Beispiel an der Stadionstraße und an der Freiheitsstraße untergebracht sind. Stellvertretend nahmen die Initiatorinnen Monica Ebbers, Anja Degenhardt, Albert Koebele, Marie-Luise Schad, Gaby Green, Gaby Groote, Albert Sowa, Cilia de Munnik und Gisela Heisters die Auszeichnung entgegen.

Die am 4. November 2014 gegründete Initiative bietet den Flüchtlingen Deutschunterricht, Hilfe bei Arztbesuchen, Schul- und Kindergartenanmeldungen, Behördenangelegenheiten oder Familienzusammenführungen. "Wir freuen uns sehr über den Ehrenpreis der Gemeinde", betonte Monica Ebbers. "Viel wichtiger als die Auszeichnung ist uns aber, dass die Toleranz und Hilfsbereitschaft der Mitbürger anhält und wir gemeinsam weiterhin für eine Willkommenskultur einstehen."

Quelle: RP
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