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Niederkrüchten
Niederkrüchtener Rat steigt auf iPads um

Niederkrüchten. Die Ratsarbeit mit Papier ist teuer: 17.300 Euro kostete sie 2015. Jetzt soll die Ratsarbeit digital werden Von Jochen Smets

Im Niederkrüchtener Gemeinderat bricht das digitale Zeitalter an: Künftig erhalten die Ratsmitglieder ihre Sitzungsvorlagen nicht mehr mit der Post, sondern auf elektronischem Wege direkt auf einen modernen Tablet-PC. Dies beschloss der Hauptausschuss. Damit endet eine wahre Papierflut: Für die 46 Rats- und Ausschusssitzungen im vergangenen Jahr versandte die Verwaltung insgesamt über 156.000 Blatt Papier. Die Gesamtkosten für Papier, Umschläge, Porto und Personaleinsatz summierten sich auf rund 17.300 Euro.

Die Umstellung auf die digitale Ratsarbeit ist als Erstinvestition zunächst teurer. Insgesamt 42 Apple iPads (34 für die Ratsmitglieder, acht für die Verwaltung) kosten samt einer speziellen Software knapp 26.200 Euro. Bei einer veranschlagten drei- bis vierjährigen Nutzungsdauer der Geräte hätte sich diese Investition durch den Wegfall des Papierversands jedoch schon nach etwa eineinhalb Jahren amortisiert, rechnete die Verwaltung vor.

Die ein oder andere Unklarheit gab es zu der Frage, wie die 46 sachkundigen Bürger, die die Arbeit der Parteien in den Ausschüssen unterstützen, künftig am Informationsfluss teilhaben sollen. Werner Hommen (CDU) und Wilhelm Mankau (SPD) legten Wert auf eine praktikable Lösung. Klar ist: Die sachkundigen Bürger können nicht ebenfalls ein iPad kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Das würde den Kostenrahmen sprengen. Es bestehe allerdings die Möglichkeit, dass die sachkundigen Bürger die günstigen Konditionen der gemeindlichen Sammelbestellung nutzen und so ein iPad zum relativ günstigen Preis erwerben können, sagte der IT-Beauftragte der Gemeinde, Frank Kriegers. Wer das nicht möchte, könnte sich als sachkundiger Bürger per Internet über ein Passwort in den internen Bereich des Ratsinformationssystems einloggen und dort die Sitzungsvorlagen einsehen und bearbeiten. Per E-Mail würden die betreffenden Ausschussmitglieder jeweils informiert, dass neue Unterlagen im Netz bereitstehen. Christoph Szallies (Grüne) befürwortete den Wechsel ins Digitale. Im Kreistag seien ähnliche Diskussionen geführt worden, am Ende habe sich alles als deutlich unkomplizierter erwiesen als befürchtet.

Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) sicherte flexible Lösungen zu. Denkbar sei, dass Ratsmitglieder, die nicht so technik-affin sind, für eine Übergangszeit weiterhin per Post mit Unterlagen versorgt werden. Die Frage des CWG-Ratsmitglieds Jörg Lachmann, ob die digitale Ratsarbeit auch auf anderen Tablet-Geräten als dem iPad von Apple möglich sei, verneinte Kriegers. Mit den iPads könne die Verwaltung Sicherheit und Funktionalität gewährleisten. Würde das System auf andere Gerätetypen und Betriebssysteme ausgedehnt, könne es Probleme geben.

Quelle: RP
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