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Kreis Viersen
Notdienstpraxis ist jetzt am Hoserkirchweg

Kreis Viersen: Notdienstpraxis ist jetzt am Hoserkirchweg
Reibungsloser Umzug: Werner Peters vom Gesundheitsnetz Viersen und Ersthelferin Marion Schlink packen schon mal an, während sie auf den Möbelwagen aus Dülken warten. h FOTO: Franz-Heinrich Busc
Kreis Viersen. Möbel schleppen, Kisten auspacken, Liegen aufstellen und abends die ersten Patienten behandeln. Ein strammer Zeitplan. Die Notdienstpraxis für den Kreis Viersen zog gestern von Dülken ans Allgemeine Krankenhaus Viersen um. Von Sabine Janssen

Gut geplant ist halb umgezogen. In dem Wissen hatte Werner Peters vom Gesundheitsnetz Viersen (GNV) in den vergangenen Wochen seine To-Do-Liste für den Umzug der Notdienstpraxis erstellt und immer wieder erweitert, bis sie gut 120 Punkte lang war. Gestern Morgen um 8 Uhr begann die Nagelprobe für seine Planungen: Die kreisweite Notdienstpraxis zog von Dülken ans Allgemeine Krankenhaus Viersen (AKH) am Hoserkirchweg um. Um 17.55 Uhr mussten die Behandlungszimmer und der Empfang so weit eingerichtet sein, dass um 18 Uhr die ersten Patienten behandelt werden konnten. Ein sportlicher Zeitplan. "Aber es ist machbar", sagt Peters.

8 Uhr. Knapp 20 Umzugsleute, Techniker und Reinigungskräfte machen sich ans Werk. Die empfindlichen Geräte gehen als erste auf die Reise an den Hoserkirchweg.

11 Uhr. Gegen Mittag sind Peters und sein Umzugsteam rund 70 Umzugskisten, unzählige Tüten und Stühle weiter. Derweil schließen die Techniker die Computer an. "Wir haben einen zentralen Server. Eigentlich dürfte das keine Probleme geben", sagt der Organisator. Gibt es auch nicht. Geradezu geräuschlos geht der Umzug vonstatten, Handwerker bekleben die Fenster des Eingangsbereichs mit blickdichter Folie, Ersthelferin Marion Schlink räumt schon mal im Labor ein. Lauter wird es erst, als der große Lastwagen aus Dülken mit den Schreibtischen, Schränken und Liegen anrückt.

14 Uhr. "Die Technik läuft", melden die IT-Fachleute. Die Schränke und Schreibtische werden gerückt, die Liegen in den Behandlungszimmern aufgestellt.

Insgesamt sechs Behandlungsräume auf knapp 300 Quadratmetern - etwas mehr als in Dülken - hat die neue Praxis: drei für Kinder und drei für erwachsene Notfallpatienten. Für Erwachsene und Kinder gibt es jeweils einen separaten Wartebereich. "Darüber hinaus gibt es einen gesonderten Raum für Patienten mit Verdacht auf infektiöse Krankheiten", erklärt Peters.

Mit ihrem Wind- und Regendach und dem blauen Leuchtschild liegt die Notdienstpraxis gut sichtbar direkt neben dem Eingang der Kinderklinik St. Nikolaus. Obwohl die Praxis dem AKH räumlich angegliedert ist, bleibt das Gesundheitsnetz Viersen der Betreiber der Notdienstpraxis. Das AKH ist und bleibt der Vermieter.

Die unmittelbare Nähe zur Kinderklinik war einer der Gründe für den Umzug ins Viersener Zentrum. "In schweren Fällen kann ein krankes Kind direkt in der Kinderklinik weiter behandelt werden", erklärt Peters. Die jetzige Organisationsform sei der Wunsch vieler niedergelassener Kinderärzte und der Kinderklinik gewesen. Seit 2004 ist der kinderärztliche Notdienst an die allgemeine Notdienstpraxis angedockt. "Jetzt gibt es eine einheitliche Anlaufstelle für Eltern und ihre kranken Kinder. Das ist eine Verbesserung", sagen Edwin Ackermann, Obmann der Kinderärzte im Kreis Viersen, und Dr. Christoph Aring, Chefarzt der Kinderklinik am AKH.

Kürzere Wege für die Notfallversorgung kommen auch den Erwachsenen zu Gute. Etwa wenn ein Chirurg der Notambulanz für eine Schnittwunde gefragt ist oder Verdacht auf Herzinfarkt besteht. "Dann kommt sofort ein Rettungsteam des Krankenhauses herübergelaufen. Kürzere Wege gibt es nicht", sagt Peters.

Seit dem 1. April ist die Notdienstpraxis für den gesamten Kreis Viersen zuständig. Man habe im Kreis Viersen der Reform und der Zentralisierung der Notdienstpraxen vorgegriffen, die die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein derzeit plane, so Peters. Eine Zentralisierung der Kinder-Notdienstpraxen werde es geben, aber Viersen habe gute Chancen, als Dependance bestehen zu bleiben.

18.30 Uhr. Dr. Kumar hat seinen Dienst aufgenommen. Die ersten zehn Patienten sind behandelt. "Alles gut", sagt Peters. "Um fünf vor sechs haben wir die letzten Kartons vom Flur geräumt." Viele Punkte auf der To-Do-Liste kann er jetzt streichen.

Quelle: RP
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