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Schwalmtal
Nur wichtige Straßen werden geräumt

Schwalmtal: Nur wichtige Straßen werden geräumt
In den Ortschaften will die Gemeinde Schwalmtal künftig den Winterdienst zurückfahren, um zu sparen. Auf den Kreis- und Landstraßen wird der Räum-Umfang nicht reduziert. FOTO: Busch
Schwalmtal. Die Gemeinde Schwalmtal will im Winter nur noch die Straßen räumen und streuen lassen, die unbedingt frei sein müssen, zum Beispiel, weil dort Schulbusse fahren. Grund ist die Haushaltskonsolidierung: Schwalmtal muss sparen. Von Birgitta Ronge

Der Winter ist noch in weiter Ferne, doch in Schwalmtal macht man sich schon Gedanken um den Winterdienst. Die Gemeinde möchte sich künftig auf ihre Verkehrssicherungspflicht konzentrieren und weniger Straßen als bislang räumen und streuen.

Grund ist die Haushaltslage der Gemeinde. Um zu sparen, sollen statt der bislang rund 120 Kilometer Straße im Gemeindegebiet nur noch etwa 40 Kilometer geräumt und gestreut werden. Die Gemeinde hofft, so deutlich weniger für Streusalz und Arbeitszeit ausgeben zu müssen - je nachdem, wie viel Schnee und Eis es gibt. Nicht zuletzt spart sie gegebenenfalls auch Reparaturkosten für Straßen, in die Tauwasser durch Risse eindringt und wieder gefriert, was zu größeren Schäden an der Straße führen kann.

Die Idee zur Reduzierung des Winterdienstes hatte die Konsolidierungsgruppe, der Vertreter der Ratsfraktionen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung angehören. Die Gruppe hatte den Vorschlag gemacht, den Winterdienst auf das Notwendige herunterzuschrauben. In den vergangenen Jahren wurden in Schwalmtal alle Straßen geräumt und gestreut - erst die Hauptverkehrsstraßen, dann die anderen. Bei anhaltendem Schneefall fuhren die Bauhof-Mitarbeiter auch zwei bis drei Touren. Nun hatte man überlegt, in den Ortschaften den Winterdienst nur noch für verkehrswichtige und gefährliche Straßen zu nutzen, zum Beispiel für Straßen, die von Bussen, auch vom Bürgerbus, befahren werden. Im Planungsausschuss im Januar dieses Jahres hatten die Mitglieder beschlossen, den Winterdienst nach diesen Vorgaben zu reduzieren. Die Gemeindeverwaltung sollte sich das Schwalmtaler Straßenverzeichnis ansehen und eine Liste dieser verkehrswichtigen und gefährlichen Straßen machen. Das ist inzwischen geschehen. Die Verwaltung legte im Planungsausschuss diese Liste vor. Darunter sind zum Beispiel in Waldniel die Straßen Am Zoppenberg, Amerner Srtaße, Dülkener Straße, Gangesallee bis zum Kindergarten, Häsenberg, Heerstraße, Markt, Niederstraße und Teile der Ungerather Straße und in Amern die Straßen Dorfstraße, Friedhofstraße, Geneschen, Hauptstraße, Kockskamp, Linde, Polmansstraße oder Ringstraße und Siemensstraße. So kommt die Gemeindeverwaltung insgesamt auf eine Länge von rund 22,4 Kilometer. Für zusätzliche Strecken, die wegen des Schulbusverkehrs geräumt und gestreut werden sollen, rechnet sie mit 4,8 Kilometern, für Straßen, auf denen der Bürgerbus fährt, zusätzlich mit 11,3 Kilometern. Der Winterdienst auf Kreisstraßen in Schwalmtal umfasst außerdem rund 16,6 Kilometer, der auf Landstraßen 27,5 Kilometer. Bei den Kreis- und Landstraßen reduziert sich der Räum-Umfang nicht.

Weil die Schulbusse und der Bürgerbus in Schwalmtal nicht vor sieben Uhr morgens unterwegs sind, kann der Winterdienst zuerst die Hauptverkehrsstraßen abfahren und sich danach um die Zusatzstrecken kümmern. Samstags und sonntags sollen diese Strecken nicht geräumt und gestreut werden. Um die Gehwege müssen sich die Bürger kümmern, die dafür sorgen müssen, dass ein Streifen entlang ihres Grundstücks für Fußgänger gefahrlos zu benutzen ist.

Die Gemeinde will ausprobieren, ob die neue Regelung funktioniert. Insofern kann es sein, dass im 2016 einiges verändert wird, wenn man nach dem Winter Bilanz zieht. Auch Anpassungen während des Winters sind möglich, wie Planungsamtsleiter Bernd Gather erläuterte: "Wenn man während des Winters beispielsweise feststellt, dass Sechs Linden gestreut werden muss, dann wird da gestreut." Damit kam eine längere Diskussion um die ausgewählten Straßen und all die Straßen, die nun nicht auf der Liste stehen, gar nicht erst auf. Der Ausschussvorsitzende Lothar Höckendorf mahnte, erst einmal abzuwarten, wie der Winterdienst klappt: "Wenn man will, wird man für jede Straße ein Argument finden, warum man sie streuen muss, weil dort irgendwann mal irgendjemand geht."

Quelle: RP
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