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Viersen
Ökumenischer Gottesdienst in Erinnerung an Reichspogromnacht

Viersen. Die Evangelische und die Katholische Kirchengemeinde der Stadt Viersen veranstalten in diesem Jahr den 31. Ökumenischen Gottesdienst in Erinnerung an die Reichspogromnacht und die Viersener Toten der Shoa am kommenden Sonntag, 15. November, in der Zeit ab 17 Uhr in der St. Remigiuskirche.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 zeigte sich das grausame Gesicht der nationalsozialistischen Diktatur besonders deutlich - und eine ganze Gesellschaft wurde Zeuge: Mitten in Deutschland brannten die Synagogen, jüdische Mitbürger wurden geschlagen, verhaftet, in Konzentrationslager verschleppt und ermordet, ihre Geschäfte geplündert, Wohnhäuser gebrandschatzt und Friedhöfe geschändet. Mit dem Gottesdienst wenden sich die Viersener Katholiken und Protestanten bewusst gegen das Vergessen. "Auch heute ist es unerlässlich, sich Gedanken über das damalige Geschehen zu machen: Warum diese vernichtende Gewalt? Warum kein Aufschrei und kein Protest gegen die Brandstifter und Gewalttäter? Warum schwiegen damals auch so viele Christen und Christinnen? Taten der Menschenverachtung, Versagen und Schuld sind untrennbar mit der deutschen Geschichte verbunden; die Erinnerung daran ist eine Voraussetzung dafür, eine bessere Zukunft für alle Menschen zu gestalten. Gerade auch die christlichen Kirchen und Gemeinden haben Verantwortung zu übernehmen", so die beiden Kirchen.

Der Gottesdienst soll die Erinnerung an die Reichspogromnacht und das durch sie verursachte Leid wach halten.

(jon)
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