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Viersen
Omnibus brennt komplett aus

Viersen. Wegen eines technischen Defekts ist gestern im Berufsverkehr auf der Kempener Straße in Willich ein Bus in Flammen aufgegangen. Verletzt wurde niemand, es gab jedoch stundenlang erhebliche Verkehrsbehinderungen. Von Marc Schütz

Ein brennender Bus mit einer weithin sichtbaren Rauchsäule hat gestern im Berufsverkehr für Verkehrschaos im Gewerbegebiet Willich-Münchheide gesorgt. Stundenlang war die Kempener Straße zwischen der Hanns-Martin-Schleyer-Straße und der Hans-Böckler-Straße gesperrt, weil laut Polizei durch das Feuer auch die Fahrbahn in Mitleidenschaft gezogen worden war. Der Berufsverkehr quälte sich unter anderem über die Jakob-Kaiser-Straße. Wer von der A 44 kam und rechts abbiegen wollte, landete sofort im Stau.

Gegen 7.30 Uhr am gestrigen Montagmorgen bemerkte der 42-jährige Fahrer des ansonsten unbesetzten Busses während der Fahrt weißen Qualm an den rechten Hinterreifen und lenkte das Fahrzeug älteren Baujahres noch teilweise auf den Seitenstreifen, so Stadtbrandinspektor Thomas Metzer. "Das Feuer hat sich dann sehr zügig ausgebreitet, schnell stand der ganze Bus in Flammen", sagt Metzer.

Laut Polizei versuchte der Fahrer zwar noch, das Feuer selbst zu löschen, hatte damit jedoch keinen Erfolg. Im Gegenteil: "Erst, als unser Fahrer versucht hat, das Feuer mit einem kleinen Feuerlöscher zu löschen, wurde aus dem zunächst weißen Qualm ein Feuer", sagt Theo Herlitschka, Geschäftsführer des gleichnamigen Busunternehmens. Der Bus sei leer von Viersen aus zum Betriebshof in Kaarst unterwegs gewesen, so Herlitschka.

Die Löschzüge aus Willich und Anrath wurden alarmiert und gingen von beiden Seiten aus mit Schaum gegen das Feuer vor, das dann auch recht schnell gelöscht war.

Die Bergungs- und Straßenreparaturarbeiten dauerten jedoch noch mehrere Stunden lang an, so Polizeisprecherin Antje Heymanns. Die Polizei geht von einem technischen Defekt als Brandursache aus. Auch die Untere Wasserbehörde war laut Thomas Metzer vor Ort, um unter anderem zu prüfen, ob bei dem Brand Betriebsstoffe ins Erdreich gelaufen sind. Der Tank des Busses war laut Metzer aus Stahl und wurde vom Feuer wie der Motor nicht angegriffen, so der Stadtbrandinspektor weiter.

Auch wenn der Fahrer den Bus rechtzeitig verlassen konnte und keine Fahrgäste im Fahrzeug saßen, "war die Situation nicht unkritisch", sagt Metzer. Denn mancher Verkehrsteilnehmer auf der stark befahrenen Kempener Straße versuchte noch, an dem brennenden Bus vorbeizufahren. "Das sollte man aber auf keinen Fall tun", warnt Metzer. Der Grund: "In den Reifen von Bussen oder Lkw herrschen ganz andere Druckverhältnisse als in normalen Autos. In ihnen herrscht ein Druck von acht bis neun Bar. Wenn die platzen, fliegen sie brennend vom Fahrzeug", so Metzer. Lars Greiner, Pressesprecher der Wehr, ergänzt: "Daher gab es auch explosionsartige Geräusche. Dass der Kraftstofftank explodiert, ist aber sehr, sehr selten." Auch die Wehrleute arbeiten bei brennenden Lkw oder Bussen immer mit Respektabstand.

Quelle: RP
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