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Viersen
Operngala - ein Fest junger Stimmen

Viersen. Auf Einladung des Zonta-Clubs Viersen gab das Opernstudio Niederrhein seinen Einstand in der gut besuchten Festhalle Von Heide Oehmen

"Schöner schwelgen" hatte der Zonta-Club Viersen seine Benefizgala in Kooperation mit dem Theater Krefeld-Mönchengladbach genannt. Schwelgen durfte das beifallsfreudige Publikum in Welthits aus Oper, Operette und Musical.

Das Opernstudio Niederrhein wurde zu Beginn der Spielzeit 2012/2013 am Theater Krefeld-Mönchengladbach - gemeinsam mit den Musikhochschulen Düsseldorf und Köln - begründet. Geleitet und hervorragend betreut von Operndirektor Andreas Wendholz, können hier ausgewählte Studienabgänger der Fachrichtungen Gesang und Dirigieren jeweils zwei Jahre lang wertvolle Praxiserfahrungen machen.

Sie erlernen mithilfe erfahrener Korrepetitoren kleinere oder sogar umfangreichere Partien, die sie dann - geführt von professionellen Regisseuren - auf der großen Bühne präsentieren dürfen. Ihre Musikerpersönlichkeit wird durch eigene Produktionen, Konzerte, Workshops und Meisterkurse weiterentwickelt. Nicht zuletzt hilft die an diesem Theater besonders ausgeprägte Unterstützung durch einfühlsame etablierte Kollegen. Gefördert wird das segensreiche Unternehmen Opernstudio, das den Theateretat nicht belasten darf, durch großzügige Sponsoren.

Sechs aktuelle beziehungsweise ehemalige Mitglieder des Opernstudios stellten sich in der Festhalle vor, dazu drei angehende Dirigenten, die abwechselnd die engagiert und voller Wohlklang musizierenden Niederrheinischen Sinfoniker leiteten. Orchester und Solisten zu koordinieren, gelang Jan-Paul Reinke, Jesse Wong und Yorgos Ziavras überwiegend mit beachtlichem Geschick. Claudia Holthausen, derzeitige Präsidentin des Zonta-Clubs in Viersen, verband die Vorträge mit kurz gefasster, so charmanter wie sachkundiger Moderation.

Die Mezzosopranistin Manon Blanc-Delsalle, seit anderthalb Jahren in der Talentschmiede, eröffnete den farbigen Reigen mit der bestens gelungenen Arie des Urbain aus Meyerbeers "Die Hugenotten". Auch als kokette Eliza ("My Fair Lady") wusste die junge Französin sehr zu gefallen. Ihren volumenreichen, leuchtenden, ruhig geführten Sopran setzte Lisa Katharina Zimmermann, bereits Absolventin des Opernstudios, gekonnt in der Arie der Mimi ("La Bohème") und in Dvoraks "Lied an den Mond" ("Rusalka") ein.

Charlotte Reese war während ihrer inzwischen beendeten Eleven-Zeit Mezzosopran, doch nun fühlt sie sich im Sopranbereich bedeutend wohler, was sie in der "Juwelenarie" ("Faust" - Gounod) und der Arie der Adriana ("Adriana Lecouvreur" von Federico Cilea) unter Beweis stellte.

James Park, im zweiten Jahr dabei, besitzt den einschmeichelnden Tenorschmelz für die beliebte Arie des Nemorino (Donizetti -"Der Liebestrank")und das bekannte italienische Lied "Mattinata" von Ruggero Leoncavallo. Sein Kollege Shin-young Yeo, noch nicht sehr lange im Opernstudio, berichtete mit viel Humor und Achtung gebietendem Bass-Bariton von seiner Liebe zu den Schweinen ("Zigeunerbaron"). Ohne Zweifel bot die Sopranistin Amelie Müller, im zweiten Jahr im Opernstudio, mit einer in schwindelnden Höhen sich bewegenden, halsbrecherischen Konzertarie von Mozart die schwierigste und reifste Leistung, die Brava-Rufe entfachte.

Auch in diversen Ensembles aus Oper und Operette bewährten sich die gelöst agierenden Sängerinnen und Sänger. Hier wirkte mit ausgewogenem Bariton Justus Seeger, Student an der Musikhochschule Düsseldorf, mit, der seinen durch ein auswärtiges Konzert verhinderten Kollegen Sebastian Seitz vertrat.

Begeisterter Applaus und lautstarkes Fußtrampeln belohnte die ausgezeichneten Akteure. Sie dankten mit dem Trinklied aus "La Traviata".

Quelle: RP
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