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Schwalmtal
Optimismus lernen von den Kindern in Indien

Schwalmtal. Dr. Klaus Esser ist nicht nur der Leiter des Bethanien Kinderdorfes. Er ist auch der Vorsitzende des Bundesvorstands katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen der Caritas in Deutschland. Und er engagiert sich deutschlandweit für die Kinder- und Jugendförderung. In dieser Funktion besuchte er mit weiteren Vertretern der Caritas den Norden Indiens.

Dort stand der Besuch mehrerer Projekte von Caritas International an, die unter anderem die Sparten Bildung und Rehabilitation betrafen. "Mir war diese Reise, bei der die Flugkosten selber zu tragen war, sehr wichtig. Ich konnte in Indien erleben, wie dort Kinder- und Jugendförderung als auch Inklusion betrieben werden", sagt Esser.

Das Schlüsselwort ist wie in jedem Land die Bildung. Etwas, was in Indien nicht selbstverständlich ist. So gibt es unter anderem ein Bildungsangebot für Musahar Kinder, eine Gruppe, die noch unterhalb der Kastenlosen steht. Sie sind umherziehende Landarbeiter oder leben und arbeiten auf den Müllkippen. Gerade einmal 29 Prozent dieser Kinder gehen auf eine öffentliche Schule. Und nur für 16 Prozent davon ist der Schulbesuch eine regelmäßige Angelegenheit. Die Bedeutung der Schule zu vermitteln, das Bewusstsein für Bildung schaffen, gegen die Kinderarbeit und die Kinderheiraten vorzugehen - das sind einige der Bereiche, in denen aktiv gearbeitet wird.

"Was mir immer und überall auffiel, war die Fröhlichkeit der Menschen. Sie nehmen ihr Schicksal an. Aus unserer Sicht ist die Lage teilweise katastrophal, aber die Menschen machen das Beste daraus", erzählt Esser von seinen Erfahrungen. Der Kinderdorfleiter erlebte die verschiedenen Projekte, die teilweise mit einfachsten Mitteln immenses Bewirken und konnte viel von der positiven Lebenseinstellung der dortigen Menschen mit nach Deutschland nehmen.

"Wenn man sieht, wie ein kleiner Junge mit einer Beinlähmung durch ein einfaches Holzgestell wieder am Leben teilhaben kann, dann ist bewegend. Eltern behinderter Kinder lernen, welche Hilfsmittel sie selber konstruieren können, damit sie ihren Kindern helfen können. Hilfe zur Selbsthilfe, die ankommt", sagt Esser.

(tre)
 
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