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Viersen
Parkplatznot an der Lindenallee

Viersen: Parkplatznot an der Lindenallee
Rentner Paul Pauwels wohnt seit 17 Jahren an der Lindenallee. Bis er dort einen Parkplatz gefunden hat, müsse er oft 15 bis 20 Minuten mit dem Auto herumfahren, berichtet er. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Viersen. Seit an der Straße ein Gesundheitszentrum eröffnet hat, herrscht dort Verkehrs-Chaos, klagen Anwohner. Autofahrer missachten Halteverbote und parken vor Hauseinfahrten Von Nadine Fischer

Morgens ist es besonders schlimm. Nachmittags auch. Und vormittags sowieso: "Wir Anwohner kriegen an der Lindenallee überhaupt keinen Parkplatz", sagt Paul Pauwels. Gut, das ist etwas zugespitzt. Aber: "15 bis 20 Minuten muss man rum fahren, bis man einen Platz findet", ergänzt der 70-Jährige. Und das sei nicht das einzige Problem, das die Nachbarschaft plagt. Wenn es stark regnet, bilden sich tiefe Pfützen auf der Straße, Baumwurzeln haben den Asphalt hochgewölbt, Autofahrer missachten Halteverbote und Tempo 30. "Wir haben die Nase voll", sagt Pauwels.

Vor 17 Jahren hat der Familienvater einen Altbau an der Lindenallee gekauft. "Damals war hier rundrum nichts", erzählt er. Dann entstand auf der gegenüberliegenden Straße ein Gesundheitszentrum. Ärzte und Physiotherapeuten bezogen dort Praxen, eine Apotheke eröffnete, auch Parkplätze wurden angelegt. "Da arbeiten 100 bis 120 Leute, die morgens hier parken", berichtet Pauwels. Damit seien die meisten Flächen schon dicht, bevor überhaupt die ersten Patienten und Kunden kämen. "Seit 2010 ist das hier extrem schlimm."

Der Rentner wandte sich an die Stadt Viersen. Er wollte wissen, ob die Anwohner Parkausweise bekommen, ob Parkflächen besser markiert werden können - damit die Fahrer ihre Autos nicht einfach in jede kleine freie Ecke zwängen. Die Technische Beigeordnete der Stadt, Beatrice Kamper, sei auch tatsächlich im Januar 2016 mit Kollegen von der Stadtverwaltung zur Lindenallee gekommen, sagt Pauwels. Geändert habe das aber nichts.

"Das ist wirklich grausam hier", bekräftigt Nachbar Dieter Hoffmann. Anders als Pauwels hat er zumindest eine Einfahrt und einen eigenen Parkplatz neben dem Haus. Die Einfahrt sei nur leider häufig zugeparkt, sagt der 69-Jährige. Jetzt hoffen die beiden Rentner, dass bald zumindest nicht mehr nach Regengüssen das Wasser auf der Straße steht. Denn der Abwasserentsorger NEW lässt zurzeit den Kanal unter der Brabanter Straße und einem Teilstück der Lindenallee vergrößern. Ende Januar 2018 seien die Arbeiten voraussichtlich abgeschlossen, sagt eine Sprecherin des Unternehmens. Sollten sich nach Abzug der Bauarbeiter weiterhin Pfützen bilden, "müsste von städtischer Seite nachgebessert werden", sagt Stadtsprecher Frank Schliffke. Mehrmals hätten Mitarbeiter der Stadt die Lindenallee begutachtet. "Dabei ergab sich kein zwingender Handlungsbedarf. Soweit zu erkennen war, entstanden Wasseransammlungen vor allem, wenn die Rinnen und Abflüsse durch Laub verstopft waren."

Auch mit dem Anliegen der Nachbarschaft, Bewohnerparken zu ermöglichen, hätte sich die Verwaltung beschäftigt. "Zuletzt befasste sich der für diese Fragen zuständige Ordnungs- und Straßenverkehrsausschuss damit im März 2016", sagt Schliffke. "Damals ging es vorrangig um eine Regelung für den Dülkener Ortskern, die Grundlagen sind aber auf alle Bereiche übertragbar." Der Ausschuss habe seinerzeit mehrheitlich eine Parkraumuntersuchung abgelehnt. "Eine solche Parkraumuntersuchung ist aber zwingende Voraussetzung für weitere Schritte hin zu einem Bewohnerparken", sagt Schliffke

Pauwels möchte sich trotzdem weiter dafür einsetzen, dass es sich an der Lindenallee wieder schöner wohnen lässt. Wenn er heute noch mal ein neues Haus kaufen wollte, stünde das aber nicht mehr dort, und auch nicht mehr in Dülken: "Ich würde nach Dresden ziehen. Das ist die schönste Stadt der Welt."

Quelle: RP
 
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