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Viersen
Per Speed-Dating zum Ausbildungsplatz

Viersen. Im Berufskolleg Viersen findet am 12. November erstmalig ein Azubi-Speed-Dating statt. Jugendliche haben die Möglichkeit, sich innerhalb eines bestimmten Zeitfensters bei Unternehmen vorzustellen. Von Bianca Treffer

Beim Wörtchen Speed-Dating denkt jeder zunächst einmal an eine Partnervermittlung. Die ist es in diesem Fall auch, nur dass es sich um eine berufliche Partnerschaft handelt. Was vor nunmehr sechs Jahren in Mönchengladbach zum ersten Mal an den Start ging und im vorigen Jahr in Krefeld Premiere feierte, kommt jetzt erstmalig in den Kreis Viersen. Am 12. November findet im Berufskolleg Viersen ein Azubi-Speed-Dating statt. Hinter dem Angebot stehen die IHK Mittlerer Niederrhein, die Kreishandwerkerschaft Niederrhein und die Agentur für Arbeit Krefeld.

Das Azubi-Speed-Dating richtet sich an alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Kreis Viersen und der Umgebung, die im August kommenden Jahres mit einer Ausbildung beginnen möchten. Das Prinzip ist ganz einfach. Für jeweils zehn Minuten erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit, sich bei dem Unternehmen ihrer Wahl vorzustellen. Rund 30 Unternehmen aus Industrie, Handel und Handwerk aus dem Kreis Viersen sowie aus der Umgebung stehen dafür in der Aula des Berufskollegs zur Verfügung, wobei die einzelnen Dating-Bereiche mit Stellwänden abgegrenzt sind, um ungestört Gespräche zu ermöglichen. Vor dem Dating, das um 9 Uhr beginnt, erhalten die Jugendlichen drei Zeitkarten mit der entsprechenden Firmennummer des Unternehmens, das sie sich bereits im Vorfeld ausgesucht haben.

Die Informationen, welche Unternehmen vor Ort sind und in welchen Bereichen sie ausbilden, können vorab im Internet abgerufen werden. Nach den drei Runden besteht die Möglichkeit, sich weitere Zeitkarten geben zu lassen, wenn der Wunsch besteht, sich weiter vorzustellen. "Die Jugendlichen können sich in Ruhe auf ein Gespräch mit der ausgesuchten Firma vorbereiten, ihre Bewerbungsunterlagen beim Dating abgeben und sich selbst vorstellen. Gerade für diejenigen, deren Zeugnis vielleicht nicht so gut ausgefallen ist, ist es eine Chance, über den persönlichen Kontakt zu punkten", sagt Axel Weidehoff, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Krefeld. Es ist die einfachste Form, Kontakt zu einem Unternehmen aufzubauen, schließt sich Willy Pesch, Ausbildungsberater bei der IHK Mittlerer Niederrhein, an. "In Nachgesprächen sagten mir bereits einige Firmen, dass sie aufgrund der eigentlichen Bewerbungsunterlagen den Jugendlichen nicht eingeladen hätten, aber nun froh seien, ihn kennengelernt zu haben", berichtet Pesch von den Erfahrungen der vorausgegangenen Veranstaltungen.

Das kann auch Klaus Koralewski, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein Krefeld-Viersen-Neuss, bestätigen. "Es ist eine super Idee. Das persönliche Gespräch ist ausschlagend und in zehn Minuten erkennt man, ob die Chemie stimmt oder nicht", bemerkt Koralewski.

Er erinnert zudem daran, dass auch die Betriebe umdenken müssen. Wer einen guten Auszubildenden haben möchte, muss zeigen, was ein Unternehmen alles bietet. Vor dem Hintergrund der abnehmenden Zahl der Schüler, die sich im dualen System befinden, sieht es Gisela Werner ebenfalls als wichtig an, dass sich auch die Schule auf den Weg macht, um Jugendliche in Ausbildung zu führen. "Wir empfinden Azubi-Speed-Dating als ein gutes Angebot und freuen uns, als Veranstaltungsort fungieren zu können", sagt die Leiterin des Berufskollegs Viersen.

Quelle: RP
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