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Kreis Viersen
Polizei setzt auf verschärfte Einsatztaktik

Kreis Viersen: Polizei setzt auf verschärfte Einsatztaktik
Einsatzschwerpunkte der Polizei werden in Dülken sowie in Viersen sein. Die Beamten werden aber auch den Brachter "Zug der Wasserratten" sehr genau beobachten. FOTO: Busch
Kreis Viersen. Videoaufnahmen werden die Arbeit der Beamten beim Karneval unterstützen. Zudem verstärken etwa 80 Kollegen einer Einsatzhundertschaft die Kreispolizei. Schwerpunkte sind in diesem Jahr in Dülken und in Viersen. Von Ludger Peters

Im Straßenkarneval wird die Polizei in diesem Jahr "noch genauer hinschauen", um Exzesse zu verhindern. Dies kündigt Landrat Andreas Coenen (CDU) an. Mehr Beamte als sonst werden mit Videokameras die Zugwege beobachten. Das soll möglichst jeder sehen, ob als Aktiver im Zug oder als jecker Zuschauer am Straßenrand. "Wir wollen abschrecken, beobachten und gegebenenfalls Beweismaterial sammeln", erklärt Hubert Vitt, der bei der Kreispolizei die Direktion Gefahrenabwehr und Einsatz (GE) leitet.

Die Polizei gibt sich keiner Illusion hin. Straßenkarneval ist zwar "Spaß an d'r Freud" für die weitaus meisten Karnevalsfans. Aber bei den Veranstaltungen baut sich immer häufiger ein explosives Gemisch aus übermäßigem Alkoholkonsum und Gewaltbereitschaft auf. Große Sorge bereitet den Verantwortlichen die Neigung vornehmlich junger Menschen, Karneval als Anlass für ungehemmtes "Komasaufen" zu betrachten.

Konnte die Kreispolizei in den vergangenen Jahren bei einigen Zügen auf Einsatzhundertschaften zurückgreifen, die auch technisches Equipment wie beispielsweise einen Video-Aufnahmewagen mitbrachte, so war in diesem Jahr lange Zeit nicht klar, ob man nun nicht ausschließlich mit eigenen Kräften in den Karnevalseinsatz gehen muss.

Hubert Vitt ist zwar überzeugt, dass der Einsatz eigener Kräfte ausreicht. Aber zu Beginn der Woche erhielt die Kreispolizei die Zusage, dass sie nun doch durch geschlossene Einheiten, auch als Einsatzhundertschaft bezeichnet, unterstützt wird. Das sind 70 bis 80 zusätzliche Beamte. Den Kollegen in der Kreispolizei dürfte das gefallen, denn ohne diese Verstärkung wäre ab Mittwoch bis Aschermittwoch eine Dienst- und Wachfreisperre in Kraft getreten. Statt Acht-Stundenschichten hätte es für die Beamten Zwölf-Stundenschichten gegeben. Die Folge: Nach Karneval hätte der Leitende Polizeidirektor Manfred Krüchten wegen des dann fälligen Stundenausgleichs im Regeldienst zeitweilig deutlich weniger Beamte zur Verfügung gehabt.

Einsatzschwerpunkte sind in diesem Jahr Altweiber in Dülken sowie der Tulpensonntagszug in Viersen. In der Kreisstadt hatte es im vergangenen Jahr einige Zwischenfälle, vor allen Dingen Schlägereien gegeben. Die Polizei wird aber auch den Brachter "Zug der Wasserratten" sehr genau beobachten. Er gilt unter Halbwüchsigen als Treffpunkt für ungehemmten Alkoholkonsum.

Nach Angaben Manfred Krüchtens setzt die Polizei darauf, mit ihrer Präsenz wahrgenommen zu werden. "Günstig ist, dass wir eine Landratsbehörde sind. Der Kreis unterstützt uns mit seinen technischen Mitteln wie eben beispielsweise Kameras", sagt er.

Und Vitt warnt davor, die Entschlossenheit der Polizei zu unterschätzen. Natürlich würden die Beamten Nachsicht mit närrischem Spaß zeigen. Aber "potenziellen Straftätern werden wir in diesem Jahr mit einer verschärften Einsatztaktik begegnen". Randalierer sollten zu Hause bleiben, denn: "Wir tun alles, um sie zu identifizieren und frühzeitig wegzuschicken."

Ausdrücklich bittet die Polizei darum, zugewanderte Menschen zu integrieren, die friedlich mitfeiern wollten. "Helfen Sie ihnen, sich mit den närrischen Sitten und Gebräuchen, aber auch Regeln und Grenzen vertraut zu machen." Die Polizei werde im Karnevalstreiben aktiv das Gespräch mit Flüchtlingen suchen. Gleichzeitig appelliert sie an die Bürger, nicht wegzuschauen, sondern zu handeln und Hilfe zu holen.

Quelle: RP
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