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Viersen
Primusschule: Stadt saniert Leitungen

Viersen: Primusschule: Stadt saniert Leitungen
Das veraltete Wassersystem führt zu mikrobiologischen Ablagerungen und Verunreinigungen. Mit kleinteiligen Lösungen ist die Stadt den ersten Problemen entgegengetreten, aber auf Dauer hilft nur eine komplette Erneuerung. FOTO: Busch
Viersen. Bei Untersuchungen des Trinkwassers an der ehemaligen Hauptschule in Dülken fielen mikrobiologische Verunreinigungen auf. Die über 50 Jahre alte Trinkwasseranlage wird nun in den Sommerferien komplett erneuert. Von Bianca Treffer

Einmal in der Woche ist nachts um 1 Uhr in den Duschräumen der Turnhalle an der Primusschule in Dülken ein Plätschern zu hören. Dann gehen wie von Geisterhand eingeschaltet die Duschen an. 70 Grad Celsius heißes Wasser schießt aus den Einmal-Wasserfiltern der Duschpaneele. "Wenn man die betrachtet, fallen die Elektrokabel auf, die von der Wand in die Paneele führen. Sie sorgen für die automatische Steuerung das Abstellen des Verbrühschutzes, damit das Wasser durch die extrem gut gedämmten Leitungen auch so heiß aus dem Duschkopf kommen kann", erklärt Ralf Lentzen, Fachbereichsleiter Zentrales Gebäudemanagement der Stadt Viersen, und deutet auf besagtes Kabel.

Der Austausch der Paneele samt Elektroinstallation, das Aufsetzen der Einmal-Filter an den Duschen sowie weiteren Wasserkränen - das sind Maßnahmen, die die Stadt in der Turnhalle an der Dülkener Schule schon umgesetzt hat. Sie dienen der Verbesserung der Wasserqualität: Das Spülen mit dem heißen Wasser beugt Legionellen vor, die Filter sogen dafür, dass die mikrobiologische Belastung des Wassers nicht überhand nimmt. Denn das veraltete Wassersystem entspricht nicht mehr heutigen Anforderungen. Die Anlage ist über 50 Jahre alt, mikrobiologische Ablagerungen und Verunreinigungen sind die Folge.

In den Sommerferien soll nun die gesamte Wasserversorgung der ehemaligen Hauptschule samt Turnhalle erneuert werden. "Durch die regelmäßigen Überwachungen wissen wir, dass wir hier ein Problem haben", sagt Lentzen. Mit kleinteiligen Lösungen trat die Stadt den ersten Probleme schon entgegen, doch auf Dauer helfe nur die komplette Erneuerung.

"Das Problem fängt schon beim Hausanschluss an", erklärt Stefan Heines, Sachbearbeiter Haustechnik vom Zentralen Gebäudemanagement. Die eingehenden Rohre sind zu groß. Durch Wasserspar-Maßnahmen und das Totlegen nicht mehr benötigter Leitungen ist der Wasserverbrauch in Schule und Turnhalle gesunken. Die geringere Menge Wasser durchspült nun nicht mehr komplett die Rohre. Und das führt zu mikrobiologischen Ablagerungen, dem sogenannten Biofilm.

Hinzu kommt, dass totgelegte Leitungen nicht vom Hauptsystem gekappt sind. Trotz Absperrungen können auch von dort Mikroorganismen ins Wasser eindringen. Bei den Untersuchungen des Trinkwassers fielen nun mikrobiologische Verunreinigungen auf. Grund zur Besorgnis gebe es aber nicht. Lentzen erklärt: "Alle Wasserergebnisse gehen automatisch an das Kreisgesundheitsamt. Es besteht keinerlei Gefahr. Die Befunde sind für den gesunden Menschen unproblematisch. Aber da wir immer wieder Probleme haben werden, wenn wir die Sache nicht einmal komplett ändern, haben wir uns für eine Sanierung entschlossen."

Die neue Trinkwasserverordnung schreibt zudem Ringleitungen anstelle der früheren Stichleitungen vor. Durch die Ringleitungen fließt regelmäßig Wasser. Dadurch entfällt das Problem des stehenden Wassers, das auch viele Ein- und Mehrfamilienhäuser haben. Aktuell überarbeitet die Schule ihre Raumpläne, damit die neuen Leitungen entsprechend gelegt werden können. 172 Zapfstellen gibt es in der Primusschule derzeit.

Quelle: RP
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