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Viersen
Prozess gegen drei Männer wegen Bandendiebstahls

Viersen. Das Krefelder Schöffengericht verurteilte sie zu Freiheitsstrafen zwischen einem und zwei Jahren

Die drei Männer haben gestern vor dem Krefelder Schöffengericht zugegeben, BMW aufgebrochen und hochwertige Navigationsgeräte entwendet zu haben. Insgesamt ist ein Schaden von 50.000 Euro entstanden. Dafür sind sie zu einem und zwei Jahren Haft verurteilt worden.

In Grefrath, Brüggen und Süchteln haben die Männer die hinteren Seitenscheiben der Fahrzeuge eingeschlagen und Navigationsgeräte ausgebaut. Die Taten räumten sie größtenteils ein, verneinten jedoch, sich abgesprochen und damit als Bande geahandelt zu haben. Jeder habe auf eigene Faust gestohlen und das Diebesgut verkauft, sagten sie.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft nannte die Taten dreist. Alle drei Männer seien bereits vorbestraft und nur nach Deutschland gereist, um gegen das Gesetz zu verstoßen. Sie gehe sehr wohl von einer Bandenmäßigkeit aus, könne das aber nicht nachweisen. Der Richter sah das anders: eine Organisationsstruktur sei klar erkennbar. Es habe mehrere Beteiligte gegeben, man habe sich gegenseitig geholfen, beispielsweise zu den Tatorten gefahren. Außerdem gebe es weitere Verdächtige. Die Navigationssysteme seien in Duisburg in einem Erdbunker vergraben und bis zum Weitertransport mit einem Minibus nach Litauen dort geblieben. Aufgrund der Geständnisse fielen die Strafen verhältnismäßig milde aus.

Einer der Angeklagten hatte angegeben, er sei im Gefängnis in Litauen angesprochen worden, ob er Geld verdienen wolle. Nach seiner Entlassung habe er sich bei der genannten Adresse gemeldet und sei mit dem Kleinbus nach Deutschland geschickt worden. Mit mehreren Männern habe er in einer Wohnung in Duisburg gewohnt. Dort sei ihnen im Internet gezeigt worden, wie man Autos aufbricht und Navigationssysteme ausbaut. Die Geräte seien dann nach Litauen verschickt worden. Die Organisatoren hätten 20 Prozent des Erlöses haben wollten, den Rest des Geldes sollte er behalten. Einer der mutmaßlichen Hintermänner ist bereits gefasst und muss sich bald vor einem anderen Gericht verantworten. Ein weiterer ist auf der Flucht.

Weil sich ähnliche Autoaufbrüche im Ruhrgebiet häuften, war eine Ermittlungskommission eingerichtet und eine Vielzahl von Delikten aufgedeckt worden, berichtete ein Polizeibeamter. Man müsse von einer Bande reden, die etwa 50 Taten pro Woche begehe und innerhalb eines halben Jahres etwa 1000 Navigationsgeräte entwendet habe, die alle aus Deutschland gebracht wurden. In dem nächsten Verfahren müssen sich zwei der drei Angeklagten erneut verantworten.

(BL)
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