| 00.00 Uhr

Rp-Telefonaktion
Quark-Wickel gegen Knie-Probleme

Rp-Telefonaktion: Quark-Wickel gegen Knie-Probleme
Telefon-Marathon für Dietmar Pierre König: Der Chefarzt der LVR-Klinik für Orthopädie beantwortete eine Stunde lang nonstop die Fragen der Leser zu Knie-, Rücken- und Schulterproblemen. FOTO: Busch
Viersen. Gymnastische Übungen gegen Knieprobleme, Schmerztherapie bei Rückenschmerzen: Bei der gestrigen Telefonaktion stellten viele Leser Dietmar König, Chefarzt der LVR-Klinik, Fragen zu orthopädischen Problemen. Von Sabine Janssen

viersen "Rücken" hat fast jeder, und "Knie" offenbar auch. Bei unserer Telefonaktion jedenfalls stand das Telefon nicht still. Vor allem ältere Leser fragten den Chefarzt der LVR-Klinik für Orthopädie, Dietmar Pierre König, um Rat. Die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir hier zusammengefasst.

Ich (85) habe seit einiger Zeit Schmerzen und eine Schwellung in der Kniekehle. Vor allem das Treppensteigen bereitet mir Probleme. Was kann ich dagegen tun?

könig Wahrscheinlich handelt es sich um eine Baker-Zyste. Das ist eine gutartige, mit Flüssigkeit gefüllte Aussackung an der Rückseite des Kniegelenks. Als erstes würde ich Ihnen folgende gymnastische Übung empfehlen: Strecken Sie das Bein und ziehen Sie dabei den Fuß und den dicken Zeh möglichst nach oben. Halten Sie die Anspannung gut zehn Sekunden. Die Übung führt zu einer Anspannung im Oberschenkel und komprimiert das Kniegelenk. Zusätzlich können Sie das Knie mit kühlendem Quark- oder Retterspitz-Wickeln behandeln. Auch eine Stützbandage kann helfen. Als dritte Stufe der Behandlung würde ich entzündungshemmende Medikamente einsetzen. Wenn das alles nicht hilft, sollten Sie doch zu einem Arzt gehen und sich Spritzen geben lassen.

Mein Orthopäde hat vor einiger Zeit bei mir einen Sehnenanriss am rechten Arm diagnostiziert. Seitdem habe ich bei manchen Bewegungen Schmerzen. Ich (70) weiß aber nicht, ob sie vom Sehnenanriss oder von Altersverschleiß herrühren.

könig An erster Stelle würde ich Arm und Schulter konservativ mit Physiotherapie behandeln. Geben Sie sich drei Monate Zeit für die Krankengymnastik. Eine OP ist immer nur das letzte Mittel, wenn nichts mehr hilft.

Ich (81) hatte vor Jahren eine Meniskus-OP. Jetzt schmerzt das Knie und schwillt an. Eine Nukleartherapie hat nicht geholfen. Ich bin in meiner Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt.

König Ihre Beschwerden deuten auf eine fortgeschrittene Arthrose hin. Vermutlich haben Sie Probleme beim Treppensteigen und auch wenig Halt in den Beinen. Wenn die Mechanik nicht mehr stimmt, wird man es vermutlich nur durch eine Operation in den Begriff bekommen.

Mein Mann (56) ist gefallen und hat sich die Strecksehne abgerissen. Nachdem sie nicht von allein zusammengewachsen ist, wurde das Knie operiert. Doch inzwischen kann mein Mann das Bein kaum mehr anheben.

König Als erstes müsste man nachschauen, ob die Sehne diese Probleme macht, oder ob sich infolge der Verletzung eine Arthrose entwickelt hat. Bei uns in der LVR-Klinik beispielsweise gibt es eine spezielle Knie-Sprechstunde.

Ich (68) leide an einer spinalen Stenose (Verengung des Rückenmarkkanals), habe Gleitwirbel und Parkinson. Inzwischen habe ich solche Schmerzen in den Beinen, dass ich kaum mehr stehen kann.

König In der Medizin ist inzwischen bekannt, dass Parkinson-Patienten besonders häufig unter Rückenproblemen leiden. Der Zusammenhang ist noch nicht genau geklärt. Voraussetzung für eine schmerztherapeutische Behandlung ist, dass der Patient neurologisch gut eingestellt ist.

Im Juli habe ich (74) ein neues Kniegelenk bekommen. An der Narbe spüre ich noch manchmal ein Stechen und Brennen. Ist das normal?

König Im ersten halben Jahr sind Stechen und Brennen am operierten Knie normal. Vermutlich fühlt es sich oft etwas wärmer an. Sie können mit Quark-Wickeln die Wärme herausziehen. Auch Physiotherapie hilft, die Beweglichkeit des Knies zu verbessern. Dazu können Sie sich auf den Tisch setzen und die Beine verschränken. Das nicht-operierte Knie ist vorn, und Sie drücken mit dem operierten Knie dagegen.

Ich (71) bin Parkinson-Patient und habe meine Rückenschmerzen mit Rückenmarksspritzen behandeln lassen. Doch sie helfen nicht.

König In dem Fall müsste man, wenn Ihre Parkinson-Erkrankung medikamentös gut eingestellt ist, vielleicht über einen stationären Aufenthalt nachdenken, bei dem man Testspritzen setzt. Hilft die in einem Bereich gesetzte Spritze, weiß man, wo die Probleme liegen. Hilft sie nicht, muss man mit weiteren Testspritzen suchen und so nach dem Ausschlussverfahren die Ursache herausfinden.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Rp-Telefonaktion: Quark-Wickel gegen Knie-Probleme


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.