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Viersen
Radeln auf der Bahnstrecke

Viersen. Viersen will die stillgelegte Schienenverbindung zwischen Dülken und Waldniel als Radweg nutzen. Dafür kauft die Stadt 46 000 Quadratmeter Fläche. Die Gesamtkosten für das Alleenradweg-Projekt: mehr als 1,1 Millionen Euro. Von Joachim Niessen

Er ist Teil eines kreisweiten Radwege-Konzepts, das auch touristisch beworben werden soll: der Dülkener Alleenradweg. Bereits vor einem Jahr hatte die Viersener Politik über eine neue Nutzung der alten Dülkener Bahnstrecke diskutiert und der Verwaltung den Auftrag gegeben, einen Entwurf zu erarbeiten, in dem die Kosten aufgelistet sind.

Jetzt liegen die Zahlen auf dem Tisch. Danach sind allein für den Grunderwerb 188 552 Euro fällig. Die Planungs- und Baukosten betragen weitere 933 910 Euro. Von der Gesamtsumme (1 122 462 Euro) beträgt der 25-prozentige Eigenanteil der Stadt Viersen 280 616 Euro. Die restlichen 75 Prozent werden vom Land NRW finanziert. "Für Pflege und Unterhaltung des Alleenradwegs wird jährlich für die Stadt mit einem Kostenaufwand von 46 000 Euro zu rechnen sein", so Dezernent Gerd Zenses.

Wesentliches Element der neuen Konzeption des Alleenradwegs auf der stillgelegten Bahnstrecke zwischen Dülken und Waldniel ist der Verzicht auf die Brücke über die Venloer Straße. "Die Verwaltung schlägt vor, die Brücke abzureißen und den Alleenradweg im Bereich des Bahndamms parallel der Bahntrasse auf das Niveau der Venloer Straße zu führen", erklärt Zenses. Eine weitere Überlegung betrifft den Abschnitt zwischen Friedhofsallee und Tilburger/Eindhovener Straße: Hier soll der Radweg auf bestehenden Straßen abseits der Bahntrasse geführt werden. Schließlich ist geplant, dass im Abschnitt zwischen Friedhofsallee und Breyeller Straße der Anliegerweg der Werner-Heisenberg-Straße genutzt wird.

"Unsere Partei hält den Alleenradweg für eine wichtige innerstädtische Sache, bei der es zusätzlich noch erhebliche Zuschüsse des Landes gibt", so CDU-Ratsherr Thomas Gütgens. "Das Projekt ist in enger Absprache mit dem Kreis erfolgt und ein Teil eines Gesamtkonzepts." Während SPD, FDP und Grüne die Pläne unterstützen, gab es von FürVIE deutliche Kritik: "Unsere Fraktion hält es nicht für verantwortlich, dass hier 280 000 Euro aus der Stadtkasse gezahlt werden und jährlich weitere 46 000 Euro Pflegekosten dazukommen. Wir erhöhen damit nur das Haushaltsdefizit und sonst gar nichts", stellt FürVIE-Vorsitzender Hans-Willi Pertenbreiter fest. "Das als touristisches Ziel zu verkaufen, ist höchst fragwürdig. Wenn man mit dem Rad nach Waldniel fährt, dann frage ich mich nur, was man dort eigentlich tut."

Ablehnend steht auch die Links-Partei der Maßnahme gegenüber: "Wir sind in einer Wirtschaftskrise, da werden wir solche Sachen nicht mittragen", erklärt Ratsherr Christoph Saßen.

Quelle: RP
 
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