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Brüggen
Rat stimmt Ortsgeschichte für Brüggen und Born zu

Brüggen. In geheimer Abstimmung votierte die Mehrheit für die wissenschaftliche Aufarbeitung. Kosten: 125.000 Euro

Die Geschichte von Brüggen und Born wird wissenschaftlich aufgearbeitet. Mehrheitlich hat der Rat zugestimmt, die Ortsgeschichte auf den Weg zu bringen, nachdem anlässlich der urkundlichen Ersterwähnung Brachts vor 900 Jahren bereits eine Ortsgeschichte für Bracht in Auftrag gegeben worden war. Das Thema war seither heiß diskutiert worden, im Kulturausschuss im Oktober votierte eine knappe Mehrheit gegen die Ortsgeschichte für Brüggen und Born.

Durch einen Antrag der CDU-Fraktion rückte das Thema nun in der jüngsten Ratssitzung erneut auf die Tagesordnung. Sie hatte gefordert, dass der Rat abschließend entscheiden sollte. Die Grünen hatten beantragt, ein Findbuch für die gesamte Gemeinde herauszugeben, das ein Student oder Doktorand erarbeiten könnte.

Tim Gottwald (UBW) beantragte eine geheime Abstimmung, die Grünen-Fraktionschef René Bongartz unterstützte, da "im Rat ein gewisser Druck herrscht, in einer gewissen Weise abzustimmen". Dieses Argument nannte der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Schmidt "ziemlich unverschämt" und bat, die Sitzung zu unterbrechen. Für den Antrag der CDU, eine Ortsgeschichte für Brüggen und Born mit dem Autorenteam herauszugeben, das unter Federführung der Historikerin Ina Germes-Dohmen auch die Brachter Ortsgeschichte erstellte, stimmten schließlich 21 Ratsmitglieder, zwölf dagegen.

Bongartz warb erneut für ein Findbuch, zählte private Sammlungen auf und äußerte die Befürchtung, dass diese nicht in die Bearbeitung der Brüggener Ortsgeschichte einfließen würden. "Eine weit kostengünstigere Lösung wäre, all die Archive zu listen und aufzuarbeiten und daraus ein Regal zu machen, wo jeder nach Schlagworten gezielt suchen kann", so sein Vorschlag. Schmidt entgegnete, dass man jetzt wisse, was man für das Geld (125.000 Euro) bekäme, die Kosten ließen sich auf sechs Jahre verteilen. Bürgermeister Frank Gellen (CDU) betonte, dass es kein Manko sei, wenn nur die relevantesten Dinge in die Ortsgeschichte aufgenommen würden. "und nicht noch die Frühstücksgewohnheiten des damaligen Pfarrers". Nicht alles sei machbar. Rolf Gersemann (AWB) sagte: "Wir gewinnen mit dieser Chronik, mit der wir einen Mehrwert bis weit in die Zukunft erhalten."

(bigi)
 
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