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Kreis Viersen
Regen vergrault Touristen und Kunden

Kreis Viersen: Regen vergrault Touristen und Kunden
Irina Seelen und Mira Richter (r.) würden gern Sommerartikel verkaufen, doch wegen des Regens bleiben diese bisher hängen. FOTO: busch
Kreis Viersen. Bademode, Sommerkleidung, Eis - das sind einige Branchen, die das nasse Wetter schmerzlich spüren. In Brüggen fehlen Radtouristen Von Daniela Buschkamp

Wenn José Cardoso auf die 80 Terrassenplätze seines Eiscafés schaut, dann hat er bisher nicht viel zu sehen. Denn diese Plätze waren im Juni und Mai meist leer. "Selbstverständlich spüren wir den Regen", sagt der Betreiber von Eisdielen an der Hauptstraße und am Lindenplatz in Viersen. Durch das feuchte Wetter bleiben viele Eiskugeln ungegessen, kommen deutlich weniger Gäste. Und die, die kommen, wollen etwas Warmes - also Kaffeespezialitäten, Waffeln oder Crêpes. Wenn es nach José Cardoso geht, dann muss die Sommerhitze nicht erst bis Donnerstag auf sich warten lassen. Für ihn könnte sie sofort beginnen.

Der Juni zeigte sich ungewohnt feucht - ungeachtet des kalendarischen und des meteorologischen Jahreszeitenwechsels. "Gerade für die Textilbranche, die jetzt Sommermode verkaufen will, ist das Wetter nicht toll", sagt Markus Ottersbach, der Geschäftsführer des Einzelhandels- und Dienstleistungsverbands Krefeld-Viersen. Wetterabhängige Branchen würden den Regen spüren, andere dagegen die Fußball-Europameisterschaft: "Wer Lebensmittel oder Fanartikel verkauft, profitiert von der EM", sagt Ottersbach. In anderen Branchen würden dagegen die Kunden fehlen, weil sie auf die Fußballübertragungen konzentriert seien. "Einen einheitlichen Trend kann man nur noch schwer ausmachen", sagt der Handelsexperte.

Wilfried Boldt vom Dülkener Modehaus Boldt spürt ebenfalls das untypisch nasse Wetter: "Sommerkleider, Tops oder kurze Hosen" würden zurzeit kaum gekauft. Allerdings hätten sich viele seiner Kunden bereits mit Sommermode eingedeckt. Auch wenn es bisher noch nicht so zahlreiche Gelegenheiten gegeben hat, diese zu tragen.

Statt Sommerkleider sieht Marietta Peckels von der Touristinfo in Brüggen zurzeit meist nasse Regenschirme: "Die großen Busunternehmen kommen trotzdem, auch die Stadtführungen laufen gut - wenn auch mit Regenschirmen", sagt Peckels. Deutlich gesunken sei aber die Nachfrage nach Leihfahrrädern, Touren oder Karten für Radler: "Wenn es Bindfäden regnet, dann steigt niemand aufs Fahrrad."

Und keiner steigt ins Freibad mit dem neuen Bikini oder der Badehose. Solche Saisonartikel sind bei "Intersport Borgmann" in Viersen zurzeit Ladenhüter. Sie warten - wie auch die Kunden - auf Sommerwetter. Filialleiter Patrick Fontaine setzt ebenfalls auf Abwarten: "Wir halten nochmal die Füße still." Wenn die Sonne sich nicht bald blicken lässt, dann wird zum Rotstift gegriffen. Für die Stammkunden seien bald die ersten Rabatte geplant, ehe weitere Preisreduzierungen folgen.

Rabatte für Autowäschen an den Tankstellen sind eher unwahrscheinlich. "Ob Regen oder Gewitter: Bei solchem Wetter wäscht niemand sein Auto", sagt eine Mitarbeiterin der Tankstelle Viersen. Sobald das Wetter trocken ist, sei auch die Autopflege gefragt.

Eisdielen-Chef José Cardoso bleibt optimistisch: "Sobald der erste Sonnenstrahl kommt, nutzen die Gäste das richtig aus." 30 Grad am Donnerstag? Dann wäre wieder los auf seinen Terrassen - hoffentlich lang genug, um die bisherige Regenzeit auszugleichen.

Quelle: RP
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