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Niederkrüchten
Rentner gibt Hinweis: Mehrere Einbrüche aufgeklärt

Niederkrüchten: Rentner gibt Hinweis: Mehrere Einbrüche aufgeklärt
Dank eines aufmerksamen Zeugen, konnte die Polizei mehrere Einbrüche aufklären. FOTO: Andreas Bretz
Ein aufmerksamer Zeitungsleser hat die Kripo auf die Spur eines Quartetts geführt, das beschuldigt wird, banden- und gewerbsmäßig mehrere Einbrüche und Diebstähle begangen zu haben.

Drei der vier Beschuldigten im Alter zwischen 16 und 18 Jahren befinden sich seit gestern in Untersuchungshaft.

Am Dienstag haben wir über den Einbruch in ein Autohaus in Niederkrüchten berichtet. Dort waren unter anderem zwei Daimler Chrysler gestohlen worden.

Ein 80-jähriger Viersener erinnerte sich nach dem Lesen der Tageszeitung an eine Beobachtung, die er am Dienstagnachmittag in Viersen am Parkplatz Nordkanal gemacht hatte.

Der Senior hatte dort zwei Fahrzeuge beobachtet, bei denen es sich um die beiden gestohlenen Fahrzeuge hätte handeln können. Da ihm die Situation und die aus den Fahrzeugen aussteigenden jungen Männer etwas verdächtig erschienen seien, habe er sich eines der Kennzeichen teilweise eingeprägt.

Der aufmerksame Rentner kombinierte seine Beobachtung mit der Zeitungsmeldung über den Einbruch in Niederkrüchten und verständigte die Kripo. Da das mitgeteilte Fragmentkennzeichen und die Beschreibung der beobachteten Fahrzeuge genau auf das Diebesgut passte, legten sich die Ermittler des Kriminalkommissariats 21 sofort auf die Lauer.

Die Hoffnung, dass die verdächtigen Personen mit den Fahrzeugen eventuell zum Parkplatz zurückkehren würde, erfüllte sich: Am 2. Februar, um 14.14 Uhr klickten bei den ersten beiden Tatverdächtigen die Handschellen. Sie waren den Ermittlern mit einem der gestohlenen Fahrzeuge begegnet.

Im Laufe der Befragungen der Tatverdächtigungen gestanden die jungen Burschen recht schnell den Einbruch ins Autohaus und benannten ihre Mittäter.

Der Rest war Routinearbeit: Am Dienstagnachmittag waren alle vier Beschuldigten vorläufig festgenommen und wurden vernommen. Beide Fahrzeuge und die Schlüssel dazu konnten die Ermittler sicherstellen.

Mit den gestohlenen Fahrzeugen waren sie abwechselnd umhergefahren. Nur am Rande sei erwähnt, dass die vier keine Fahrerlaubnis besitzen.

Neben dem Einbruch in das Autohaus gestanden die vier Beschuldigten weitere Straftaten: Sie gaben zu, am späten Sonntagabend in ein Autohaus in Viersen auf der Gladbacher Straße eingebrochen zu sein.

Auch hier hatten sie geplant, Autos zu stehlen, fanden jedoch keine Fahrzeugschlüssel. Die dort gestohlenen Computer und Flachbildschirme hatten die Tatverdächtigen zum Zeitpunkt ihrer Festnahme bereits versetzt und den Erlös unter sich aufgeteilt.

Am frühen Montagmorgen schlugen die Beschuldigten ein Loch in die Scheibe zu einem Kiosk in Süchteln auf der Rheinstraße. Als eine Anwohnerin erwachte und laut nach der Polizei rief, flüchtete das Quartett ohne Beute gemacht zu haben.

Mit den im Autohaus gestohlenen Fahrzeugen fuhren die Beschuldigten am späten Montagabend zu einem Parkplatz in Schwalmtal und "besorgten" sich dort Kennzeichen für den abgemeldeten Beutewagen. In Niederkrüchten hatten sie zudem aus einem Bus Diesel abgezapft und die Beuteautos damit betankt.

Am 2. Januar bereits war einer der 17-jährigen in eine Wohnung in Niederkrüchten eingestiegen und hatte dort ein Auto gestohlen. In seiner Vernehmung benannte er den Abstellort des gestohlenen Fahrzeugs, das die Beamten am 1. Februar sicherstellen konnten.

Die Kripo prüft, ob die Beschuldigten für weitere Straftaten in Frage kommen könnten.

Nur der 16-jährige lebt bei seiner Mutter. Seine drei Mittäter haben keinen festen Wohnsitz und keine sozialen Bindungen. Sie dürften ihren Lebensunterhalt durch die Begehung von Straftaten bestreiten.

Der 16-jährige ist nach seiner Festnahme wieder zu seiner Mutter entlassen worden, er war bislang nicht verurteilt. Seine beiden 17-jährigen Mittäter indes standen beide unter Bewährung, da sie zuletzt im Januar 2011 beziehungsweise im Jahr 2010 wegen Einbruchsdiebstählen zu Freiheitsstrafen verurteilt worden waren, die zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Wie geschildert, bewährten sich die beiden Heranwachsenden nicht und der Haftrichter ordnete gegen die drei älteren Beschuldigten die Untersuchungshaft an.

Die Polizei lobt das vorbildliche Zeugen- und Helferverhalten des Seniors, ohne den die Aufklärung der Straftat nicht so schnell möglich gewesen wäre. Der Abteilungsleiter der Polizei wird dem Rentner in den nächsten Tagen ein persönliches Dankschreiben zustellen.

(emai)
 
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