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Schwalmtal
Rettung für das Märchenland

Schwalmtal: Rettung für das Märchenland
Die Rentiere des Weihnachtsmanns sind verzaubert worden. Sie mobben Rudolf, das Rentier mit der roten Nase, weil er alle Wörter verdreht. FOTO: Heike Ahlen
Schwalmtal. Die Oldtimer-Theater-AG des St.-Wolfhelm-Gymnasiums begeisterte in Waldniel.

Wer im Märchenland war, kehrt reich zurück - wenn er überhaupt zurückkehrt. Das ist die zentrale Erkenntnis nach einem Theaternachmittag mit leuchtenden Kinderaugen in der Achim-Besgen-Halle. Die kleinen Zuschauer kehren nach anderthalb Stunden zurück aus dem Märchenland. Und auch die Größeren sind verzaubert. Das ist das Kunststück, das die Oldtimer-Theater-AG um Lothar Lange seit einigen Jahren jedes Jahr im Advent vollbringt: Ein weihnachtliches Stück auf die Bühne zu bringen, das Menschen jeden Alters begeistert. Es ist nicht der Reichtum, wie ihn Hänsel und Gretel am Ende in Form eines Beutels voller Diamanten mitbringen. Es ist das Wissen, dass eine Verbundenheit, wie sie zwischen den Geschwistern herrscht, auch aussichtslose Situationen meistern kann. Denn die Situation der beiden vorfinden ist mehr als aussichtslos.

Nicht nur, dass ihre Eltern sie - wie im Original-Märchen - im Wald aussetzen und verhungern lassen wollen. Es geht um das Schicksal des Märchenlandes. Der König hat keine Baugenehmigung erteilt, die Hexe hat ihr Haus einfach in den Wald gesetzt. Und seitdem verhext sie einen nach dem anderen. Selbst die Rentiere des Weihnachtsmanns halten nicht zusammen: Einige von ihnen mobben Rudolf. Denn das Rentier mit der roten Nase verdreht alle Worte. Statt der Schnee-Fee gibt es für ihn die Fee-Schnee. Sie hat erkannt, dass alle verzaubert sind, aber helfen kann sie nicht. Helfen können nur Hänsel und Gretel, die die Hexe schließlich verbrennen.

Damit endet der böse Zauber. Er fällt auch von Hänsels und Gretels Eltern ab, die ihre Kinder lieben. Einzig Onkel Wolfgang hat Pech. Seine Verwirrtheit war nicht auf die Hexe zurückzuführen. Er ist alt, sein Rad bleibt platt. Dafür bekommt er vom Weihnachtsmann ein ganz besonderes Geschenk: Einen Wolfhelm, der den Kopf beim Fahrradfahren schützt.

Die fast 40-jährige Verbundenheit mit dem Gymnasium St. Wolfhelm und die Verbundenheit mit den Märchen, die in der Vergangenheit auf dieser Bühne stattfanden, machen den Reiz für erwachsene Zuschauer aus. Und die Kinder sind von allem begeistert. Vor allem davon, dass es am Ende auf der Bühne "wirklich" schneit.

(hah)
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