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Viersen
Reuter-Neubau nimmt wichtige Hürde

Viersen. Im städtischen Planungsausschuss verfolgten 230 Mitarbeiter des Online-Badanbieters Reuter das "Ja" zum Gewerbegebiet Mackenstein - ebenso wie zehn Gegner des Vorhabens, die eine Bürgerinitiative gründen Von Daniela Buschkamp

Wie geht es mit der geplanten Ansiedlung des Online-Sanitärhändlers Reuter in Mackenstein/Peschfeld weiter? Diese Frage lockte so viele Zuschauer zur Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und -entwicklung, dass die Plätze im Sitzungssaal des Forums nicht ausreichten. Rund 230 Gäste kamen dabei im schwarzen T-Shirt von der Firma Reuter selbst, rund hundert von deren Standort Viersen. "Es handelte sich um eine freiwillige Veranstaltung für Mitarbeiter", erklärte Reuter-Sprecherin Frauke Weber. Da das Interesse an den vorhandenen und weiteren Arbeitsplätzen sehr hoch sei, habe das Unternehmen die An- und Abreise organisiert, um für geregelte Abläufe zu sorgen.

Rund zehn Gegner des Vorhabens aus Mackenstein und Hausen verfolgten die Abstimmung. "Wir haben kein anderes Ergebnis erwartet", sagt Johannes Schinken, Vorsitzender der im Aufbau befindlichen Bürgerinitiative Mackenstein/Peschfeld. "Es ist schön , dass Reuter sich in Viersen vergrößern will", ergänzt Ulrich Schumann, der zweite Vorsitzende. Aber der Standort sei absurd. Anwohner fürchten Belastungen durch Verkehr, Emissionen und eine Zerstörung des Landschaftsbildes. Bei der ersten Offenlage des Bebauungsplanes waren mehr als hundert Stellungnahmen eingegangen.

Reuter will sich im Gwerbegebiet Mackenstein vergrößern, der Platz am bisherigen Viersener Standort mit 370 Arbeitsplätzen ist ausgeschöpft. Geplant ist ein 350 Meter langer und stellenweise bis zu 20 Meter hoher Gebäudekomplex. Laut Unternehmensangaben sollen einige hundert Arbeitsplätze entstehen. Für die Stadt Viersen würde Reuter damit in die Riege der größten Arbeitgeber aufsteigen.

Mit 14 Ja-Stimmen von CDU, SPD, FürVie und FDP verabschiedeten die Planungspolitiker die geänderten Bebauungspläne und den geänderten Flächennutzungsplan. Einzig die Viersener Bündnisgrünen und Die Linke stimmten dagegen. "Eine Stadt kann nicht nur aus Grünflächen bestehen. Wir brauchen Arbeitsplätze, sonst funktioniert es nicht", sagte Fritz Meies für die CDU. Die Bedenken der Bürger habe die Verwaltung berücksichtigt.

Damit sorgten die Mitglieder im Planungsausschuss für den Fortschritt des Verfahrens: zum einen durch die grundsätzliche Zustimmung zum Flächennutzungsplan, der in Mackenstein/Peschfeld Gewerbe vorsieht, und zum anderen durch das Ja zum neuen Bebauungsplan.

Er sieht eine Aufteilung des Verkehrs über bestehende Straßen und die K8 vor. Die Fläche ist nochmal ausgedehnt worden um Mitarbeiter-Parkplätze. "Zudem ist der gesamte Komplex verschoben worden: Statt 17,5 Meter sind es nun 30 Meter Entfernung zur nächsten Bebauung", erläuterte die Technische Beigeordnete Beatrice Kamper. Eine Einfassung mit Grün sei festgeschrieben worden. Mit lärmmindernden Asphalt und einer nächtlichen Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 Kilometer pro Stunde in Hausen soll der Verkehrslärm reduziert werden. "Durch diese Maßnahmen erreichen wir bessere Werte als zurzeit", sagte die Beigeordnete.

Über Flächennutzungs- und Bebauungsplan stimmen am Dienstag, 6. September, die Ratsmitglieder ab. Eine Diskussion, der die Bürgerinitiave gespannt entgegensieht: "In den Gesprächen mit den Fraktionen haben die Politiker Verständnis für unsere Bedenken gezeigt. Zugleich steht die Stadt Viersen in der Haushaltssicherung und braucht die Steuereinnahmen. Das können wir auch nachvollziehen", sagt Ulrich Schumann. Aber Mackenstein sei nicht der geeignete Standort für eine solche Ansiedlung.

Nach der Abstimmung im Rat wird der Bebauungsplan öffentlich ausgelegt, dann können Bürger Stellung beziehen. Danach stimmen Ausschuss und Rat erneut ab. "Einen Termin für den Spatenstich kann ich noch nicht nennen. Das Verfahren wird noch einige Monate dauern", so Beatrice Kamper.

"Wir haben uns über die vielen positiven Aspekte gefreut, die die Politiker zu der Ansiedlung dargestellt haben", erklärte Frauke Weber. "Wir hoffen daher, dass auch die Anwohner die positiven Aspekte in der Ansiedlung für die Stadt Viersen sehen."

Quelle: RP
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