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Niederkrüchten
Rewe-Vorgehensweise ist laut Winzen "schlechtester Stil"

Niederkrüchten. In Sachen Supermarkt-Neubau gibt es neuen Diskussionsstoff: Bürgermeister Herbert Winzen räumte ein, dass Rewe im April 2014 bereits Interesse bekundet hatte. Damals war der Edeka-Neubau an der Mönchengladbacher Straße bereits Thema in der Kommunalpolitik. Von Jochen Smets

In den allermeisten Fällen ist der Tagesordnungspunkt "Mitteilungen", der stets am Ende von Ausschuss- und Ratssitzungen aufgerufen wird, eine unspektakuläre Angelegenheit. Im Planungsausschuss war das nun anders. Bürgermeister Herbert Winzen holte angesichts der Diskussion um den geplanten Edeka-Markt an der Mönchengladbacher Straße und das neuerlich aufgeflammte Interesse von Rewe an einer Ansiedlung in Elmpt (die RP berichtete) zu einer längeren Klarstellung aus.

Winzen ärgerte sich, dass die Spekulationen um Rewe "Erwartungen in der Bevölkerung wecken, die nicht zu erfüllen sind". Rewe hatte sich bereits 2010 nach Ansiedlungsmöglichkeiten erkundigt. Damals wollte der Lebensmittelkonzern ins Gewerbegebiet Dam, auf jene Fläche, auf der sich inzwischen das Takko-Gebäude befindet. Letztlich war das Grundstück für Rewe zu klein, auch wären die planungsrechtlichen Hürden für großflächigen Einzelhandel außerhalb der Ortslage zu hoch gewesen. Fast beiläufig räumte Winzen ein, dass Rewe im April 2014 erneut angeklopft hatte. Damals war der Edeka-Neubau an der Mönchengladbacher Straße bereits Thema in der Kommunalpolitik. Daher zeigte sich Ausschussvorsitzender Johannes Wahlenberg (CDU) im Anschluss einigermaßen irritiert, dass der Bürgermeister seit elf Monaten vom Rewe-Interesse wusste, ohne die Politik darüber zu informieren.

Bei der neuerlichen Anfrage vor elf Monaten hatte Rewe offenbar den Adolph-Kolping-Platz mitten in Elmpt ins Visier genommen, berichtete Winzen. Er habe dem Investor klargemacht, dass das aus verschiedenen Gründen nicht realisierbar sei, erklärte der Bürgermeister. So liege der Standort mitten in einem Wohngebiet. Zudem werde die Fläche bei Veranstaltungen im Bürgerhaus als Parkplatz benötigt. Und schließlich sei der Adolph-Kolping-Platz der Festplatz der Elmpter Schützenbruderschaft. Für die Schützen einen halbwegs zentralen alternativen Festplatz zu finden, sei aufgrund der Sorge von Anwohnern vor Lärmbelästigungen kaum möglich. "Das wäre der Sargnagel für die Schützenbruderschaft gewesen", betonte Winzen.

Dass sich Rewe nun unter Umgehung des Bürgermeisters in einem Schreiben an alle im Rat vertretenen Fraktionen gewandt hat, sei "schlechtester Stil". In dem Schreiben an die Fraktionen bekundet Rewe erneut sein Interesse, auf dem Adolph-Kolping-Platz einen Markt mit 1400 Quadratmeter Verkaufsfläche zu errichten. "Rewe ist herzlich willkommen", sagte Winzen. Er sei bereit, mit dem Investor alle Standorte abzugehen, die auch bei Edeka im Gespräch waren. "Und ich bin der festen Überzeugung, dass dabei wieder die Mönchengladbacher Straße herauskäme."

Quelle: RP
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