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Niederkrüchten
Rollender Jugendtreff hatte Schutzengel

Lagerhalle in Niederkrüchten brennt komplett nieder
Lagerhalle in Niederkrüchten brennt komplett nieder FOTO: Günter Jungmann
Niederkrüchten. 120 Einsatzkräfte rückten zu einem Scheunenbrand in Laar aus. Glück im Unglück: Der rollende Jugendtreff der Pfarre St. Bartholomäus war ausnahmsweise nicht darin abgestellt. Von Anne Goch

Der "Big Bass" hat einen Schutzengel. Denn an jedem normalen Mittwochabend parkt er um 20.14 Uhr schon in der Scheune an der Buswendeschleife in Laar. Nur vorgestern nicht. Und diesem Umstand ist es zu verdanken, dass der rollende Jugendtreff weiterrollen kann. Denn die Halle, in der er üblicherweise abgestellt wird, ging am Mittwoch in Flammen auf.

Der Tag hatte für den Sozialpädagogen Eric Loll schon mit einer längeren Dienstbesprechung begonnen, die Termine rutschten nach hinten. Und dann in Brempt entwickelte sich ein gutes Gespräch mit einigen Jugendlichen über die Konzeption für den Rollenden Jugendtreff. Nur deshalb kehrte Loll mit dem Bus erst nach 20 Uhr nach Laar zurück.

Schon an der Kreuzung in Heyen sah er: "Hier ist nichts normal." Die Scheune stand lichterloh in Flammen. Loll fuhr mit dem Doppeldecker heran und rief die Feuerwehr. "Ich war allerdings nicht der erste Anrufer", sagt er. Aber schon beim Eintreffen der ersten Feuerwehrkräfte war klar: Hier ist nichts zu retten.

30 Meter in der Breite und 100 Meter in der Länge maß die Halle, die vor einiger Zeit auch mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach aus Trapezblechen ausgestattet worden war. Einige landwirtschaftliche Maschinen, Heu und Stroh waren in der Scheune, dazu der Bauwagen, in dem die Materialien für den "Big Bass" gelagert wurden. Probleme gab es für die Feuerwehr mit der Wasserversorgung. Hydranten gibt es zwar, aber die können nicht so viel Wasser gleichzeitig bereitstellen, wie bei einem Brand dieser Dimension benötigt wird. Außerdem war der starke Wind eine Gefahr. Immer wieder trieb er die Funken in Richtung weiterer Gebäude, Strohlager und Holzstapel. All das mussten die Wehrleute gleichzeitig nass halten.

Die Niederkrüchtener Wehr war mit allen drei Löschzügen an Ort und Stelle und forderte schnell weitere Kräfte an. Rund 120 Wehrleute waren schließlich gegen 21.30 Uhr vor Ort. Aus Viersen kam das große Wassertransportfahrzeug mit 9000 Litern Wasser und 500 Litern Schaum. Brüggen und Bracht, Waldniel und Amern, Dülken und Hinsbeck brachten mehr Feuerwehrleute und mehr Material.

Die L 372 wurde bis gegen zwei Uhr in der Nacht zwischen der Kreuzung mit der B 221 in Heyen und der Einmündung Polmansstraße in Amern gesperrt. Die Feuerwehr baute mit den Tanklöschfahrzeugen einen Pendelverkehr auf und brachte Wasser aus dem Hariksee. Auch zwei lange Leitungen legten die Wehrleute, um das Wasser aus dem See direkt in die Fahrzeuge vor der Scheune zu pumpen.

Die letzten Kräfte, die die ganze Nacht vor Ort gewesen waren, wurden gestern Morgen um acht Uhr abgelöst – von denen, die einige wenige Stunden Schlaf bekommen hatten. Der Einsatz dauerte bis in den Nachmittag. Zur Schadenshöhe kann die Polizei noch nichts sagen, sie rechnet jedoch allein aufgrund der Photovoltaik-Anlage mit einem großen Sachschaden, Menschen oder Tiere kamen nicht zu Schaden. Auch die Brandursache ist noch unklar. Die Brandexperten der Polizei haben sich erst für kommenden Montag angesagt.

(RP/rl)
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