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Niederkrüchten
Runter auf 100 km/h?

Niederkrüchten: Runter auf 100 km/h?
Die Lärmschutzwand allein sorgt nicht für Ruhe: Die Anwohner haben festgestellt, dass der Lärm deutlich zugenommen hat, seit das vor der Autobahn-Freigabe geltende Limit von 100 km/h nicht mehr besteht. FOTO: RPO
Niederkrüchten. Bringt ein Tempolimit auf der A52 den lärmgeplagten Bewohnern der Sektion Op dem Felde mehr Lebensqualität zurück? Die CDU-Landtagsabgeordneten Christian Weisbrich und Bernd Krückel machen den Anwohnern Hoffnung. Von Jochen Smets

Der Autobahnlärm quält die Anwohner im Elmpter Westen. Die Schallschutzwand, die das Wohngebiet eigentlich vom Lärm abschirmen soll, bietet kaum Schutz, beklagen die Anwohner. Etwa 30 waren gestern morgen zum Ortstermin erschienen, bei dem sich die CDU-Landtagsabgeordneten Christian Weisbrich und Bernd Krückel mit Bürgermeister Herbert Winzen und dem betroffenen Anwohner Dieter Brenner ein Bild von der Situation machten.

Brenner hatte sich an den Petitionsausschuss des Landtags gewandt, weil der Lärm seit Eröffnung der Autobahn unerträglich geworden ist. Krückel ist als Mitglied des Ausschusses zuständig für die Petition. Brenner hat auf eigene Initiative private Messungen durchgeführt. Er ermittelte dabei regelmäßig Schallpegel von über 60 dB(A). Zulässig sind für den Bereich laut Planfeststellungsbeschluss 59 dB(A) tagsüber und 49 dB(A) nachts.

Keine Messungen im Realbetrieb

Rechtlich maßgeblich ist allerdings ein "äquivalenter Dauerschallpegel", der auf Berechnungen beruht und von einer durchschnittlichen Schallbelastung ausgeht, nicht von einzelnen Spitzen. Danach werden die Grenzwerte in der Sektion Op dem Felde größtenteils eingehalten. Darum sieht der Landesbetrieb Straßenbau auch keine Veranlassung, Messungen im Realbetrieb durchzuführen. Krückel und Weisbrich zeigten Verständnis für die Nöte der Anwohner. Weisbrich hat Landesverkehrsminister Lutz Lienenkämper in einem Brief auf die Problematik hingewiesen. Er schlägt darin ein Tempolimit von 100 Stundenkilometer am Tag und 80 Stundenkilometer in der Nacht vor. Dies müsse natürlich durch regelmäßige Kontrollen per Blitzer in den Köpfen der Autofahrer verankert werden, stimmte Weisbrich den Anregungen der Anwohner zu.

Die Einführung eines Tempolimits ist allerdings nicht mal eben gemacht. Das Ganze muss zwingend begründet und rechtlich wasserdicht sein, damit die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht auf dem Klageweg einkassiert wird. Ein Argument könnte sein, dass drei Kilometer weiter ab der niederländischen Grenze ohnehin ein Tempolimit von 100 km/h gilt, so Weisbrich. Da wäre es begründbar, den Beginn der Geschwindigkeitsbegrenzung vorzuziehen. "An unserer Empfehlung soll es nicht scheitern", sagte Petitionsausschuss-Mitglied Krückel. Er und Weisbrich halten das Tempolimit für die "einfachste und effektivste Lösung", eine Lärmreduzierung zu erreichen. Denn viele Anwohner berichten, dass der Lärm erst hörbar zugenommen hat, seit das vor der Autobahn-Freigabe geltende Limit von 100 bzw. 60 km/h nicht mehr besteht. Ein weiterer Wunsch aus der Bürgerschaft: Im Bereich der Autobahnanschlussstelle Nollesweg soll eine intensivere Begrünung für etwas mehr Sicht- und Schallschutz sorgen.

Quelle: RP
 
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