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Viersen
Schiefner: Kreis soll Kosten für Betreuungsvereine mittragen

Viersen. Um die Finanzierung der Betreuungsvereine ist es nicht gut bestellt. Das verdeutlichten gleich drei Vereine bei einem Termin mit Dirk Heidenblut, SPD-Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestages. Zu dem Gespräch hatte der SPD-Bundestagsabgeordnete Udo Schiefner eingeladen.

Vertreter des Sozialdienstes katholischer Frauen (SKF), des Sozialdienstes katholischer Männer (SKM) und der Diakonie Krefeld-Viersen erläuterten die Lage. Es geht um zwei Bereiche - um den Ehrenamtsbereich, der in der Hand des Landes liegt, und um das Fachpersonal für Betreuungsfragen, für dessen Finanzierung der Bund zuständig ist. Das Budget ist unverändert, das Betreuungsrecht wird immer komplexer. Querfinanzierungen gehen nicht auf, die Zahl der Betreuungswünsche steigt. Und Vereine ziehen sich aufgrund der nicht ausreichenden Finanzierung aus dem Tagesgeschehen zurück. Vor diesem Hintergrund sehen die Vereine dringend Handlungsbedarf.

Heidenblut betonte, dass die eingebrachten Sachargumente alle stimmten, trotzdem werde nicht mehr bezahlt. Er verwies auf Gutachten zur Lage, die derzeit erstellt werden. Mit Hilfe der Ergebnisse hofft der Politiker, dass Veränderungen angestoßen werden können, wenngleich dies nicht mehr in der aktuellen Legislaturperiode geschehen wird. Er rechnet frühestens Mitte 2018 mit einer Gesetzesvorlage.

Schiefner sieht noch andere Ansätze, um schneller finanzielle Hilfe zu bieten. Er will die Problematik nicht nur bei Bund und Land dringlich machen, sondern auch an den Kreis herantreten: "Andere Kreise und Kommunen bringen sich auch finanziell mit ein. Der Kreis Viersen hat ein Interesse an Betreuungsvereinen, das sollte er auch zum Ausdruck bringen, und zwar in Form von finanzieller Unterstützung."

Achim Rothe (Diakonie) bestätigte das: Krefeld bringe sich finanziell ein, der Kreis nicht. Ines Lempa (SKF) erklärte, dass das Land durch den Einsatz der Betreuungsvereine viel spare: "Das Geld, das wir letztendlich bekommen, spiegelt aber keine Wertschätzung unsere geleisteten Arbeit wieder." Wie wesentlich die Beratung ist, stellte ihre Kollegin Dorothea von den Driesch heraus. "Wer unsere Beratung nutzt, geht zu 95 Prozent mit einer Vorsorgevollmacht heraus und braucht keinen Betreuer mehr. Das spart Geld, aber wir bekommen nichts dafür." Einen Betreuungsverein zu unterhalten, sei keine auskömmliche Sache, so Stephan Fiedler (SKM). Erst wenn sie fehlten, werde die Lücke bemerkt - dann sei es zu spät.

(tre)
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