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Brüggen
Schlittenhunde üben fürs große Rennen

Brüggen: Schlittenhunde üben fürs große Rennen
Rüde Nash rennt mit Schlittenhundeführerin Vanessa Liffers vorneweg. Musher Stefan Bergmann folgt mit seinen Hündinnen Jacky und Anny. Die Scooter der Hundeführer erinnern ein wenig an Mountainbikes. FOTO: Knappe
Brüggen. Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr lädt der Schlittensport-Verein "Mushing Niederrhein" für das kommende Wochenende zum Weißen Stein ein. Mehrere Hundert Schlittenhunde treten dort an Von Bianca Treffer

Die Aufregung ist Nash anzusehen. Kaum dass der Siberian Husky sein Geschirr, das X-Back, trägt, beginnt er zu jaulen. "Er weiß genau, was jetzt kommt", erklärt Alexandra Liffers. Sie spannt den zweijährigen Rüden an die Dämpferleine, die wiederum über die Bike-Antenne mit dem orangefarbenen Scooter verbunden ist. Derweil schlüpft ihre Tochter Vanessa in die Handschuhe und setzt den Helm auf.

Ein Stückchen weiter spannt Stefan Bergmann seine beiden Hündinnen Jacky und Anny vor den Scooter. Im Gegensatz zu dem jungen Rüden Nash gehen die Hundedamen das Prozedere gelassen an. Ruhig bleiben sie vor dem blauen Scooter stehen, während auch der Grevenbroicher zu Handschuhen und Helm greift. "Das gehört beim Training dazu. Wichtig ist es auch, Ersatzleine und Messer mitzuhaben, damit wir die Leinen kappen können, sollten sich die Hunde einmal aus irgendwelchen Gründen verheddern", sagt er. Die Sportkleidung ist wasser- und matschfest, die Schuhe haben ein grobes Profil.

Die Schlittenhundeführer, die sogenannten Musher, schieben die Scooter auf einen breiten Waldweg zu, der in diesen frühen Morgenstunden verlassen daliegt. Ein kurzer Blickaustausch, ein Nicken, und beide Fahrer rufen das Startwort aus. Ihr "Go!" erschallt laut durch den Wald. Es ist das Zeichen, auf das die Hunde nur gewartet haben. Sie rennen los.

Eine knapp neun Kilometer lange Strecke liegt vor den Schlittenhundeführern. "Die offizielle Länge eines Trails bei einem Schlittenhunderennen liegt bei 7,2 Kilometern. Im Training fährt man ein wenig darüber hinaus, so haben wir einen Puffer", erklärt Alexandra Liffers, die ebenfalls Schlittenhunderennen fährt, aber an diesem Morgen lediglich die Rolle eines Helfers übernommen hat.

Seit September befinden sich die beiden Viersener Frauen und der Grevenbroicher, die dem Schlittensport-Verein "Mushing Niederrhein" angehören, im Training. Wenn sich der Sommer langsam verabschiedet und die Temperaturen unter die 15-Grad-Marke fallen, läuten die Musher ihre Saison ein. Die beginnt zunächst mit kurzen Trails, die sich im Laufe der Wochen steigern. Jetzt steht eine besondere Veranstaltung an: Zum zweiten Mal richtet der Verein ein Schlittenhunde-Rennen am Weißen Stein, an der Grenze zwischen dem deutschen Bracht und dem niederländischen Reuver, aus. 2016 nahmen 60 Starter mit mehr als 400 Hunden teil. Für dieses Jahr haben sich 74 Teilnehmer angekündigt. Sie kommen aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Frankreich.

"Wir haben eine neue Strecke ausgearbeitet, die um einiges anspruchsvoller ist als die aus dem vergangenen Jahr. Es sind mehr Höhenmeter drin, wobei die Tour komplett durch den Brachter Wald auf der deutschen Seite führt", sagt Alexandra Liffers.

Neben ein- und zweispännigen Rennen mit dem Scooter sind weitere Rennen mit dem Wagen zu beobachten. In verschiedenen Klassen treten die Musher mit drei, vier, sechs und acht Hunden an. Hinzu kommen die offene Klasse, in der mehr als acht Hunde angeschirrt werden, sowie ein "Run for Fun" (Spaßrennen). Wer den Schlittenhundesport kennenlernen möchte, ist am Weißen Stein richtig.

Quelle: RP
 
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