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Viersen
Schmerzmanagement in der LVR-Klinik

Viersen. Eine gezielte Schmerzbehandlung ist wichtig für den Erfolg einer Operation sowie bei chronischen Patienten. Von Kai Aussen

Durch das im vergangenen Jahr eingeführte Schmerzmanagement wurde die Schmerzbehandlung in der LVR-Klinik auf ein noch besseres, noch professionelleres Level angehoben. Krankenpflegepersonal wurde speziell ausgebildet, zusätzlich müssen die Patienten aktiv mitwirken. So auch Franz-Josef Verhalen, der sich in dem Süchtelner Endoprothesen-Zentrum der Maximalversorgung einer Hüftoperation unterzogen hat.

Die Mitarbeiter der LVR-Klinik für Orthopädie Viersen befassen sich seit jeher mit dem Thema Schmerz. Durch das 2013 / 2014 eingeführte Schmerzmanagement wurde die jahrelange Erfahrung auf ein neues, professionelleres Level angehoben. Mit dem Schmerzmanagement wird der Expertenstandard des Deutschen Netzwerkes für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) in der LVR-Klinik umgesetzt.

Die Kommunikation über die eigenen Schmerzen fällt den meisten Menschen sehr schwer. Dennoch ist der Austausch über dieses zentrale Thema des Schmerzmanagements zwischen dem Betroffenen, dem Arzt und der Pflegekraft sehr wichtig. Um dem Patienten die Selbsteinschätzung seiner Schmerzen zu erleichtern, erhält jede Patientin und jeder Patient einen sogenannten Schmerzerfassungsbogen. In diesen trägt er mehrfach täglich seinen empfunden Schmerz ein. Lachende und weinende Gesichter und eine Skala von 0 bis 10 helfen den Patienten bei der Selbsteinschätzung seiner Schmerzen.

So musste auch Verhalen jeden Tag aktiv an seiner Schmerzbehandlung mitarbeiten. Franz-Josef Verhalen ist 58 Jahre alt und lebt mit seiner Frau am Niederrhein. Der begeisterte Nordic Walker und Mittelgebirgswanderer erhielt im Februar 2014 seinen ersten künstlichen Hüftgelenkersatz auf der rechten Seite. Im April dieses Jahres bekam er eine Endoprothese der linken Hüfte. Somit konnte er bereits zweimal das Schmerzmanagement der Klinik aktiv erleben. Er erhielt den Schmerzerfassungsbogen der Klinik, den er als selbsterklärend empfunden hat und es war ihm möglich, intuitiv seinen Schmerzgrad vier Mal täglich einzutragen.

Direkt nach der Operation wirkte die gute Schmerzbehandlung und Verhalen machte viele Kreuze im Bereich der lächelnden Gesichter. Doch mit zunehmender Mobilität steigerte sich auch der Schmerz wieder und es wurden aus den vormals lächelnden zunehmend neutrale bis traurige Gesichter. Er wandte sich sofort an das Pflegepersonal seiner Station. Alexander Rennett, Stationsleiter sowie ausgebildeter "Pain Nurse" (speziell in der Schmerztherapie fortgebildete Fachkraft) und sein Team reagierten sofort. In Zusammenarbeit mit dem Arzt konnte die aktuelle Schmerzmedikation schnell der neuen Situation durch schmerzlindernde und abschwellende Maßnahmen angepasst werden. "Dieses Zusammenspiel in dieser Situation war sehr positiv und ich fühlte mich sehr gut betreut, verstanden und ernst genommen. Der einfache und verständliche Erfassungsbogen hat mir die Kommunikation über meinen Schmerz sehr erleichtert. Dennoch hätte ich mir gerade im Bezug auf den Erfassungsbogen noch mehr Austausch mit dem Pflegepersonal und meinem Arzt gewünscht" , war das Resümee Verhalens, der mit einem Schmerzgrad von 0 bis 1 in die Anschlussheilbehandlung entlassen werden konnte.

Quelle: RP
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