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Kreis Viersen
Schnelle Hilfe beim Schlaganfall

Kreis Viersen: Schnelle Hilfe beim Schlaganfall
Bei der Vorstellung der Kooperation (v.l.): Prof. Dr. H.-J. von Giesen, Ärztlicher Direktor Alexianer; Michael Wilke, Geschäftsführer Alexianer Krefeld; Dr. Frank Wenserski, AKH Viersen; Dr. Thomas Axer, Geschäftsführer AKH Viersen; Kim Holger Kreft, Geschäftsführer AKH Viersen; Prof. Dr. N. von Beckerath, Chefarzt Kardiologie AKH. FOTO: Busch
Kreis Viersen. Das AKH Vieren und das Alexianer Tönisvorst/Krefeld werden bei der Notfallversorgung von Schlaganfallpatienten kooperieren. Das AKH erhält dafür eine neue Einheit, die mit Fachärzten in Krefeld und Tönisvorst verbunden ist. Von Bianca Treffer

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Die schnelle Versorgung entscheidet darüber, ob ein Patient überlebt und wie tragisch die Folgen ausfallen. "Bislang war der Kreis Viersen ein weißer Fleck, was die Versorgung von Schlaganfällen betraf. Patienten aus dem Kreisgebiet mussten in Krankenhäuser der Nachbarstädte wie Krefeld und Mönchengladbach gebracht werden", sagt Kim-Holger Kreft, Geschäftsführer des AKH Viersen.

Das ändert sich zum 1. Oktober: Durch die Zusammenarbeit des AKH und dem Alexianer Tönisvorst/Krefeld wird es im Viersener Krankenhaus eine "Tele Stroke Unit", eine telemedizinische Schlaganfalleinheit, zur Erstbehandlung von Schlaganfallpatienten geben. In der Praxis sieht es so aus, dass ein Patient aus dem Kreis Viersen mit dem Verdacht auf Schlaganfall ins AKH gebracht wird. Dort erfolgen CT und Labor. Zeitgleich stellt der behandelnde Arzt eine Tele-Verbindung zum Team von Professor Dr. Hans-Jürgen von Giesen her, Chefarzt der Klinik für Neurologie und Ärztlicher Direktor der Alexianer in Tönisvorst und Krefeld.

"Man muss sich das so vorstellen, dass dem neurologischen Facharzt in Tönisvorst oder Krefeld alle Untersuchungsergebnisse vorliegen und er nicht nur mit dem behandelnden Arzt, sondern auch dem Patienten Kontakt aufnimmt", erklärt Professor Dr. Nicolas von Beckerath, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie vom AKH. Die Tele Stroke Unit in Viersen ist seinem Bereich zugeordnet, weil so die Wege zwischen Neurologie und Kardiologie/Angiologie kurz sind und schnell reagiert werden kann.

Vier Betten sind der Schlaganfallbehandlung vorbehalten. Dank moderner Kamera- und PC-Technik kann der Neurologe den Patienten über den heißen Tele-Draht quasi untersuchen. Ad hoc kann die entsprechende Therapie abgestimmt und eingeleitet werden.

Die neurologischen Fachärzte in den Alexianer Krankenhäusern Tönisvorst und Krefeld stehen 24 Stunden zur Verfügung. Gerade, wenn ein Schlaganfall früh erkannt wird, ist in den ersten viereinhalb Stunden die sogenannte Lysetherapie möglich, bei der die verstopften Adern medikamentös behandelt werden.

"Wir können Patienten so kurzfristig, schnell und wohnortnah mit denselben Bedingungen behandeln, wie andere Krankenhäuser in Krefeld oder Mönchengladbach, die auf Schlaganfallpatienten eingerichtet sind und denen ansonsten die Patienten aus dem Kreis Viersen zugeführt würden", sagt Dr. Thomas Axer, Geschäftsführer des AKH. Und je früher die Behandlung beginnen kann, desto mehr Bereiche des Gehirns bleiben am Ende funktionsfähig.

Den Ausschlag für die Zusammenarbeit, die vor rund einem Jahr ihren Anfang nahm, gab eine Studie der Krankenkassen, die für den Kreis Viersen Handlungsbedarf sahen. Das System "Tele Stroke Unit" hat sich gerade in ländlichen Gebieten etabliert. In der Altenburger Land Klinik informierten sich die Ärzte vom AKH und Alexianer über die telemedizinische Schlaganfalleinheit. Aktuell laufen die praktischen Vorbereitungen, wozu auch eine Weiterbildung des Pflegepersonals für die Schlaganfallbehandlung gehört.

Eine eigene Tele Stroke Unit wird es im Tönisvorster Krankenhaus nicht geben, auch wenn dort Fachärzte vor Ort sind. "Die Voraussetzungen für eine solche Einheit sind in Tönisvorst nicht gegeben. Mit dem AKH haben wir den leistungsfähigsten Partner im Kreis Viersen gefunden", sagt Professor Dr. von Giesen. Die Neurologen aus Tönisvorst bzw. Krefeld reisen einmal am Tag zudem zur Visite an, um den Patienten über die telemedizinische Erstversorgung hinaus auch selber zu sehen.

Quelle: RP
 
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