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Niederkrüchten
Schnelles Internet für die letzten 86 Häuser

Niederkrüchten. Niederkrüchten will den kompletten Breitband-Ausbau. Die Gemeinde müsste maximal 370.000 Euro beisteuern Von Jochen Smets

Der Breitbandausbau in Niederkrüchten ist in den vergangenen zwei Jahren enorm vorangekommen. Die Konkurrenz zwischen Telekom, Deutsche Glasfaser und Unitymedia hat dafür gesorgt, dass inzwischen fast alle Haushalte in der Gemeinde mit schnellen Internetleitungen versorgt sind. Nun bietet sich die Chance, die letzten weißen Flecken auf der Breitband-Landkarte zu tilgen. Der Kreis will in Kooperation mit allen neun kreisangehörigen Städten und Gemeinden eine flächendeckende Breitbandversorgung sicherstellen. Über eine entsprechende Kooperationsvereinbarung, die zwischen dem Kreis und allen Kommunen geschlossen werden soll, beriet jetzt der Hauptausschuss.

Im Kreis Viersen gelten sieben Prozent der Haushalte als unterversorgt, das heißt, dass die Internetleitung dort weniger als 30 Mbit pro Sekunde schafft. In Niederkrüchten betrifft das nur 86 von insgesamt knapp 6000 Haushalten. Die könnten nun ebenfalls angebunden werden. Die Kosten für das kreisweite Gesamtprojekt betragen 40 Millionen Euro. Dafür fließen üppige Fördergelder: Von Land und Bund kämen 37 Millionen Euro. Damit bliebe ein kommunaler Eigenanteil von drei Millionen Euro im gesamten Kreis Viersen. Niederkrüchten müsste maximal 370.000 Euro aus Eigenmitteln beisteuern.

Im Hauptausschuss meldete die CDU jedoch Bedenken an. Johannes Wahlenberg hielt es für fragwürdig, mit Steuergeldern einen so großen Aufwand zu betreiben, um nur 86 Häuser anzubinden. Michael Bergeritz von der Firma Eifel-Net, die im Auftrag des Kreises eine Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsanalyse erstellt hat, hielt dagegen: Er wies auf den erheblichen Zusatznutzen hin: "Das Glasfasernetz wird so gebaut, dass es auch Bereiche mitnimmt, die jetzt noch kein Glasfaserkabel haben oder mit ihrem Anschluss nur knapp über 30 Mbit sind." Ein weiterer Nebeneffekt: Mit dem Glasfasernetz bekäme die Gemeinde auch ein flächendeckendes Mobilfunknetz. Denn ab 2020/21 kommt der neue 5G-Standard, der ebenfalls eine funktionierende Glasfaser-Infrastruktur nutzt, erläuterte Niederkrüchtens Breitband-Koordinator Frank Kriegers im RP-Gespräch.

Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) wies im Ausschuss darauf hin, dass die Gemeinde für den bisherigen Breitband-Ausbau keinen Cent bezahlen musste. Nun biete sich mit einer verhältnismäßig geringen Eigeninvestition die Gelegenheit, eine hundertprozentige Versorgung sicherzustellen.

Auch von den übrigen Parteien kam Zustimmung: Jörg Lachmann (CWG) sprach von einer "Riesenchance". Christoph Szallies (Grüne) hob hervor, dass der Breitbandausbau in allen Wahlkämpfen ein Top-Thema sei. "Jetzt sollten wir keinen Rückzieher machen."

Der Ausschuss votierte gegen die CDU mit zehn zu sieben Stimmen für den Komplettausbau und die Kooperationsvereinbarung mit dem Kreis Viersen. Die abschließende Entscheidung trifft der Rat heute.

Quelle: RP
 
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