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Niederkrüchten
Schon wieder ein Sexualtäter im Grenzland unterwegs

Niederkrüchten. In Overhetfeld ist eine Walkerin angegriffen worden. Sie wehrte sich, der Täter flüchtete. Die Kripo hofft nun, dass Spaziergänger Hinweise geben können.

Schon wieder ist im Grenzland eine Frau von einem Unbekannten angegriffen worden. Eine 53-jährige Walkerin war am Sonntag zwischen 10 und 10.30 Uhr auf dem Schwalmweg im Wald unterwegs, in der Nähe der Kläranlage Overhetfeld. Da näherte sich ihr plötzlich von hinten ein Mann. Der Unbekannte hielt die Frau an ihrem Schal fest und berührte sie unsittlich. Die Walkerin wehrte sich so heftig gegen den Angriff, dass der Mann flüchtete.

Polizei sucht Zeugen

Der mutmaßliche Sexualstraftäter soll etwa 30 Jahre alt und recht klein sein, möglicherweise trug er einen Dreitagebart. Er war mit einer dunklen Sweatshirt-Jacke und einer hellgrauen Jersey-Jogginghose bekleidet. Auffällig waren seine Sportschuhe, die an der Ferse ein reflektierendes, neongelbes Emblem hatten, möglicherweise ein Dreieck.

Die Polizei sucht nun nicht nur den Täter, sondern auch Zeugen. In der Nähe des Tatorts soll sich zur Tatzeit ein Paar aufgehalten haben, das einen Jagdhund ausführte. Das Paar wird gebeten, sich bei der Kriminalpolizei unter Telefon 02162 3770 zu melden. Außerdem bittet die Polizei auch weitere Menschen, die die Frau im Wald traf, sich zu melden. Dabei war eine Frau mit einem Jack-Russell-Terrier, die offenbar dort öfters unterwegs ist, so die Polizei. Auch mit einer Frau, die eine wenige Monate alte Berner Sennenhündin dabei hatte, wechselte die Walkerin einige Worte. Ein Mann auf einem Fahrrad sprach außerdem die Walkerin scherzhaft an, ob sie mit ihren Stöcken ohne Schnee Ski fahren wolle. Diese Spaziergänger bittet die Polizei ebenfalls, sich zu melden.

Der Überfall auf die Walkerin schreckt die Menschen im Grenzland erneut auf. Immer noch sucht die Polizei nach einem Mann, der am 16. Dezember eine Schülerin in Amern belästigt hatte. Die 17-Jährige ging gegen 20 Uhr mit ihrem Hund über die Dorfstraße, als etwa in Höhe der Prinzenstraße plötzlich ein Mann aus einer dunklen Ecke hervortrat und sexuelle Handlungen an sich vornahm. Das Mädchen lief davon. Der Verdächtige soll 25 bis 30 Jahre alt und schlank sein, er hatte kurze dunkle Haare und einen kurzen Bart, der entlang der Oberlippe und zum Kinn verlief.

"Danny" sitzt in Untersuchungshaft

Bei diesem Mann soll es sich nicht um den mutmaßlichen Sexualtäter "Danny" handeln, der im Dezember drei junge Frauen in Schwalmtal überfallen hatte. Ihn nahm die Polizei einen Tag vor Weihnachten fest, er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Ein Foto von "Danny" zeigte die Polizei der 17-Jährigen, doch sie erkannte darauf nicht den Mann, der sie in Amern belästigt hatte.

Insgesamt zählte die Polizei in den ersten elf Monaten des Jahres 2013 im Kreis 138 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, im Jahr 2012 waren es 165. Insgesamt sei die Anzahl der angezeigten Straftaten in diesem Bereich rückläufig, sagt Polizeisprecherin Antje Heymanns. Die meisten dieser Delikte geschehen in der Familie oder in Beziehungen – deshalb werden sie oft nicht bekannt. Sucht die Polizei aber zum Beispiel einen Exhibitionisten oder einen Vergewaltiger, wird die Öffentlichkeit gewarnt und um Hilfe bei der Suche nach dem Täter gebeten.

2013 meldete die Polizei im März, April und November jeweils eine Tat, in den Monaten Mai, August, September und Oktober jeweils zwei Taten. Im Juni wurden fünf Taten bekannt, im Juli sieben. Damals hatte im Kreis Viersen ein Busengrapscher für Aufregung gesorgt, der im Vorbeifahren vom Roller aus radelnden Frauen an die Brust griff. Er war im August in den Niederlanden festgenommen worden.

(biro)
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