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Schwalmtal
Schüler drehen Heimatfilm über Waldniel

Schwalmtal. Für ihre Projekttage erkundeten Wolfhelm-Schüler mit Mitgliedern des Heimatvereins den Ort Von Heike Ahlen

Als Klaus Müller von der Mundart-Gruppe im Waldnieler Heimatverein mit einer Idee zum Gymnasium St. Wolfhelm kam, lief er dort offene Türen ein. Seine Idee: Mitglieder des Heimatvereins treffen Schüler. Jeder erklärt dem anderen, was für ihn an Waldniel einzigartig und wichtig ist, jeder in seiner Sprache.

Aus der Idee Müllers wurde ein Vorhaben, das die Schüler jetzt in ihrer Projektwoche umsetzten. Und es wird ein Auftrag für das neue Schulhalbjahr. Mit Jens Thissen war schnell ein Lehrer gefunden, der sich fürs Thema begeistern konnte und Film-Erfahrung mitbrachte. Denn die Begegnung wollten die Schüler und die Mitglieder des Heimatvereins filmisch festhalten - im Rahmen einer Low-Budget-Produktion, mit privater Ausstattung von Lehrern und Schülern.

Was ist denn nun wichtig an Waldniel? Für die Mitglieder der Mundart-Gruppe im Heimatverein stehen der Schwalmtaldom, die Kirche St. Michael, und die Pumpenstraße ganz oben auf der Liste, aber auch das älteste Haus Waldniels. Die Kinder schauen bei der Frage zunächst ein wenig ratlos. Was ist ihnen wichtig an Waldniel? Die Eisdiele, die Dönerbude, das Schwimmbad? Das sind die ersten Orte, die die Kinder nennen. Aber auch das Kinderdorf und die evangelische Kirche stehen auf ihrer Liste. "Und die Eiche?", fragt Klaus Müller, "was ist mit der Eiche?" - "Ja die steht da halt. Okay, die können wir auch nehmen." Aus diesem Ansatz entwickelt sich ein spannendes Interview, in dem Müller dem 145 Jahre alten Baum seine Stimme leiht. Dass die Eiche eine Friedenseiche ist, wusste die zwölfjährige Carolin aus der Klasse 6a schon vorher, wenn auch noch nicht lange: "Er hat es uns kürzlich erzählt", sagt sie lächelnd und deutet auf Müller. Die Eiche erzählt vom Frieden nach den deutschen Einigungskriegen, nach dem Krieg gegen Frankreich 1871. Da wurde sie gepflanzt, genauer: ihre Vorgängerin. Die Eiche, die heute auf dem Markt steht, wurde erst ein halbes Jahr später gesetzt, weil die Waldnieler vergessen hatten, ihre Vorgängerin zu tränken.

Dann folgt ein Interview in der Eisdiele. Seit 30 Jahren ist der Chef hier tätig, erfahren die Kinder. Was erst kleiner und nebenan war, ist seit 15 Jahren nun so, wie sie es kennen. Von den 18 bis 20 Eissorten, die es je nach Wetter gibt, sind Schoko und Vanille immer noch der Renner.

Im Laufe der Produktionstage kommen die Mitglieder des Heimatvereins ihrem Ziel, den Kindern die Heimat näherzubringen, immer näher. Müller setzt auf die Kinder: "Sie sind die Zukunft von Waldniel. Und auch in dieser Zukunft soll die Geschichte weiter bewahrt werden." Beim Schulfest zum Abschluss gestern gab es einen ersten Einblick in die Filmszenen. Im nächsten Halbjahr soll der Feinschliff erfolgen. Dann könnten die Kinder den Eltern den Film zu Weihnachten schenken, hofft Müller. Vielleicht könne der Film auch beim Weihnachtsmarkt gezeigt werden.

Quelle: RP
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