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Viersen
Schüler entdecken Europäische Union

Viersen: Schüler entdecken Europäische Union
Mit Marijke Mulder, (M., Europareferentin des IPZ), sprachen die Schüler des Clara-Schumann-Gymnasiums über Themen wie die Herausforderungen der Digitalisierung in Europa. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Viersen. Die Europaschule in Dülken war gestern Gastgeber des Europatages für junge Leute vom Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit. Die Schüler konnten mit Politikern über die EU diskutieren Von Lea Buchholtz

"Europa ist für mich eine Erfolgsgeschichte, auch wenn es Schwächen hat", sagt Alessandra (16). Gemeinsam mit ihren Mitschülern löst sie gerade das Europaquiz, das im Workshop von Tamara Ögün vom Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (IPZ) angeboten wird. Die Schüler aus den Sozialwissenschaftskursen der Stufe 10 beschäftigen sich einen Tag lang mit dem Thema "Europa - Erfolgsgeschichte oder Auslaufmodell?".

Der Europatag gestern fand im Rahmen der Europawoche 2017 am Clara-Schumann-Gymnasium statt. Für Schulleiter Gunter Fischer eine wichtige Sache: "Wir als zertifizierte Europaschule sind Europa und dem Gedanken daran verpflichtet. Auch deswegen binden wir in unsere Lehrpläne das Thema stark ein", sagte er. So ersetzt die Europastunde in der Klasse 6 das Fach Politik. Stattdessen stehen geografische, historische, gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Aspekte Europas auf dem Stundenplan.

Auch die Schüler der Stufe 10 befassten sich gestern ganz besonders intensiv mit diesen Themen. Nach einer Einführung in die Thematik durch Anna Noddeland, Geschäftsführerin des IPZ, bereiteten sich die Schüler auf die Podiumsdiskussion vor. Eine Stunde lang stellten sie den Bundestagsabgeordneten Udo Schiefner (SPD) und Uwe Schummer, den Landtagsabgeordneten Stefan Berger (beide CDU) und Martina Maaßen (Grüne) sowie der Bürgermeisterin der Stadt Viersen, Sabine Anemüller (SPD), Fragen. Themen wie die Flüchtlingskrise, Sicherheitslücken sowie die Einflüsse des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump auf Europa beschäftigten die Jugendlichen.

Besonders die Herausforderungen der Digitalisierung in Europa waren ein kontrovers diskutiertes Thema. Für Jan (17) überwiegen die Vorteile: "Europa sollte definitiv in die Digitalisierung investieren. Denn in allen Bereichen sehen wir Digitalisierung. Sei es Bildung, im Alltag oder auch im Beruf. Trotzdem muss man Aufklärung schaffen und sich weiterbilden. Ich zum Beispiel möchte verstehen, welche Daten über mich gesammelt werden und was das für mich bedeutet."

Niklas (16) sieht die Sache etwas anders: "Ich finde, man sollte bei der Digitalisierung Chancen und Risiken abwägen. Vor allem die Sozialität könnte leiden." Für ihn ist der soziale Aspekt sehr wichtig. "Wenn ich an Europa etwas ändern könnte, dann würde ich die soziale Sicherung anders gestalten", sagte er.

Für Niklas ging es nach dem Gesprächskreis auch in den Europaquiz-Workshop. Die Jugendlichen waren mit Eifer dabei und versuchten sich an den Fragen, die Ögün für sie bereithält. Alessandra grübelte darüber, wann der Euro als Währung eingeführt wurde. "Wenn Europa keine Schwächen hätte, dann gäbe es auch keine rechtsextremen Szenen", meinte sie, "doch durch die EU gibt es erst die Möglichkeit auf einfache Weise in Länder zu reisen und schnell andere Kulturen kennenzulernen. Für mich wäre es fatal, wenn Europa in eine Existenzkrise geraten würde. Deswegen war der Brexit meiner Meinung nach auch keine gute Idee. Es gab viele Vorteile durch die EU."

"Der Brexit ist nicht so gut. So hat sich ein großer Teil von der EU gelöst. Importe und Exporte gehen verloren", sagte auch Lilly (18). "Europa steht für Frieden, es ist alles geregelt. Neben der Sicherheit bietet die EU mir viele Möglichkeiten. So habe ich zum Beispiel vor, nach der Schule ein Auslandsjahr innerhalb Europas zu machen", erklärte die Schülerin. "Ich wusste schon viel über Europa und die EU. Mit dem Europatag konnte ich mein Wissen ausbauen und vertiefen."

Quelle: RP
 
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