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Viersen
Schüler für Stadtgeschichte begeistern

Viersen: Schüler für Stadtgeschichte begeistern
Kurator René Franken (3. v.l.) zeigt den Lehrern Hildegard Monreal (v.l.) von der Albert-Schweitzer-Schule, Gunnar Schirrmacher und Liesel Föhr (1. v.r.) vom Clara-Schumann-Gymnasium Dülken die neuen Schulkoffer. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Viersen. Im Auftrag des Heimatvereins hat ein Historiker Begleitmaterial zur Ausstellung im Viersener Salon erarbeitet. Von Franziska Hein

Vor den Sommerferien werden wohl nicht mehr viele Schulklassen die neu eröffnete Ausstellung "Der Niederrhein - Schauplatz europäischer Geschichte" im Viersener Salon besuchen. Sie basiert auf dem gleichnamigen Buch von Dr. Leo Peters (siehe Kasten). Der Heimatverein wollte trotzdem noch vor den Sommerferien über sein Angebot für Schulklassen informieren, erklärt Dr. Albert Pauly, Vorsitzender des Heimatvereins Viersen. Deswegen waren gestern Lehrer aller Viersener Schulen zu einer Führung mit Kurator René Franken eingeladen. Gleichzeitig wurden die neuen Schulkoffer mit Begleitmaterial zur Ausstellung vorgestellt. 30 gibt es insgesamt in zwei Ausführungen für die Grundschule und die Sekundarstufe I.

Der freie Historiker Franken, der selbst Vertretungslehrer ist, hat sechs Lernstationen erarbeitet, die Lehrer für die Vor- und Nachbereitung des Ausstellungsbesuches nutzen können. Die Stationen orientieren sich an den Ausstellungsthemen und reichen vom Spätmittelalter bis ins 19. Jahrhundert. Das Unterrichtsmaterial im Koffer enthält Karten und Texte, dazu einen Leitfaden für Lehrer mit Vorschlägen für die Stundengestaltung. "Umso konkreter meine Vorschläge sind, desto einfacher für die Lehrer, die Ausstellung im Unterricht inhaltlich aufzugreifen", sagt der Dülkener. Der Besuch der Ausstellung sei daher keine zusätzliche Belastung für seine Kollegen, sondern sogar eine Entlastung, weil bereits alles vorbereitet sei.

Liesel Föhr ist Geschichtslehrerin am Clara-Schumann-Gymnasium. Sie hat schon vorher von den Schulkoffern erfahren und wird noch kurz vor den Ferien mit einer Gruppe von Schülern, die Ausstellung im Rahmen einer Projektwoche besuchen. Sie holt sich Anregungen beim Kurator, wie man die Schüler an die Regionalgeschichte heranführen kann. Dafür bietet sich das Thema Grenzen an, erklärt Franken, der sich aufs Spätmittelalter und die rheinische Landesgeschichte spezialisiert hat. "Es hat immer dazu gehört, ständig Grenzen überqueren zu müssen", erklärt er. Schließlich trafen auf dem heutigen Stadtgebiet drei Herzogtümer aufeinander. Während Viersen eine Enklave des Herzogtums Geldern war, gehörten die Gebiete jenseits der Niers zur Kur Köln und im Westen gehörte die Stadt Dülken zum Herzogtum Jülich. Wer nach Viersen wollte, musste also die zahlreichen Landwehren überqueren. Fotos von den ehemaligen Landwehren zeigt die Medienstation, die im Mittelpunkt der Ausstellung steht. Symbolisiert werden die Grenzen von einem Schlagbaum und einem alten Grenzstein mit dem Wappen der Kur Köln. Auf einem Touchscreen können die Besucher das Kreiswappen den drei Herzogtümern zuordnen. Und auf einer interaktiven Karte können sie die verschiedenen Sprengel der Herzogtümer zusammensetzen. Die gleiche Karte befindet sich auch im Schulkoffer mit der Aufgabe, die unterschiedlichen Teile zu puzzeln. Bis Weihnachten läuft die Ausstellung in der Villa Marx - es bleibt also noch Zeit für einen Besuch nach den Sommerferien.

Von montags bis mittwochs ist die Ausstellung für den Besuch von Schulklassen reserviert. Interessierte Lehrer können sich bei Ursula Klemm anmelden, unter Telefon 02162 17106 oder ursula.klemm@gmx.de, und Termine für Führungen vereinbaren.

Quelle: RP
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