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Viersen
Schüler lernen über Grenzen hinweg

Viersen: Schüler lernen über Grenzen hinweg
Bis zum Jahr 2017 läuft am Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium das neue Projekt "Erasmus plus". Die Viersener Gymnasiasten lernen dabei mit Jugendlichen aus Italien, Spanien und der Türkei. Schulleiter Christoph Hopp (l.), die Lehrer Axel Annweiler (2.v.l.) und Ulla Joussen (3.l.) sowie Schüler freuen sich. FOTO: busch
Viersen. 21 Jugendliche am Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium sind erstmals beim Europa-Lernprojekt "Erasmus plus" dabei. Von Daniela Buschkamp

Charlotte Niemann, Schülerin am Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium, freut sich darauf, "neue Menschen kennenzulernen und mehr über neue Länder zu erfahren". Die Gelegenheit dazu erhält die Zehntklässlerin mit 20 weiteren Jugendlichen durch das neue "Erasmus plus"-Programm. Dafür hat sich die Viersener Schule beim Pädagogischen Austauschdienst der Kultusministerkonferenz beworben - und wurde ausgewählt.

"Es ist einfach großartig", sagt Schulleiter Christoph Hopp zufrieden. Er bezeichnet das Programm als "Leuchtturmprojektturmprojekt, das internationales Lernen und interkulturelle Kontakte" ermöglicht. Benannt nach einem Gelehrten, der sich als "Bürger der Welt" verstand, fühlt sich die Erasmus-Schulgemeinschaft einem Projekt besonders verbunden, das ebenfalls seinem Namen trägt. Hinter "Erasmus plus" verbirgt sich ein bilingualer Austausch mit insgesamt vier europäischen Schulen. Der Vorteil für die Teilnehmer: Das Projekt, das bis Mai 2017 läuft, ist kostenfrei. Finanziert wird es mit 20.000 Euro von der Europäischen Union.

"Für die Schüler ist es eine riesige Chance, den Austausch mit anderen Kulturen zu erleben", sagt Hopp. Neben Charlotte haben 20 EvR-Gymnasiasten im Alter von 14 bis 17 Jahren die Chance, an "Erasmus plus" teilzunehmen. In der Eingangshalle des Gymnasiums weist jetzt eine blau-weiße Plakette auf diese strategische Schulpartnerschaft hin. Schulleiter Christoph Hopp war auf eine Leiter gestiegen und hatte sie selbst mit einem kleinen Schraubenzieher angebracht.

Die Impulsgeber für die Viersener Bewerbung waren die beiden Lehrer Ulla Joussen und Axel Annweiler. "Die Teilnehmer an unserer Schule bilden eine Arbeitsgemeinschaft. Gemeinsam mit den anderen Schülern - insgesamt sind es 80 - werden sie Materialien für den bilingualen Unterricht entwickeln." Am 930 Schüler zählenden EvR werden etwa die Fächer Geschichte, Sport, Mathematik und Erdkunde in englischer Sprache unterrichtet.

Der Kontakt zwischen den Teilnehmern wird bei vier Treffen geknüpft und soll regelmäßig via Skype vertieft werden. Nach einem Besuch in Spanien stehen weitere Aufenthalte in Italien (im November 2016) und in der Türkei (im Mai 2017) bevor. Auch das Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium selbst wird Gastgeber sein.

Im Juni werden die spanischen, italienischen und türkischen Jugendlichen mit ihren Begleitern in der Kreisstadt Viersen und am EvR-Gymnasium erwartet. Untergebracht werden sie in Gastfamilien.

Dann steht etwa eine Fahrt in die Domstadt Köln auf dem Programm: "Dabei können die Schüler etwa den Dom besuchen und mehr über die Geschichte erfahren", sagt Lehrerin Ulla Joussen. Diese Eindrücke sollen anschließend zu Unterrichtsmaterial verarbeitet werden. Ohne Handy oder Kamera wird da wenig gehen - digitales Lernen ist ein bewusster Schwerpunkt des Projekts. Christoph Hopp kann sich etwa eine "digitale Stadtrallye oder ein Quiz" vorstellen.

Dass der Austausch über Grenzen von persönlichen Kontakten lebt, haben Lehrer und Erasmus-Gymnasiasten bereits in der Vergangenheit erfahren. "Wir haben am Comenius-Austausch-Programm teilgenommen. Daraus sind Freundschaften entstanden, die unsere Schüler heute noch pflegen", sagt Axel Annweiler. Keine Frage, dass dies auch mit "Erasmus plus" möglich ist - einem Programm, das die Viersener zu Weltbürgern von morgen machen kann.

Quelle: RP
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