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Schwalmtal
Schüler stellen im Schmiedenhof aus

Schwalmtal. Im Kunstunterricht entstandene Arbeiten sind bis zum 21. März in Waldniel zu sehen

"Ist das Kunst oder kann das weg?", fragten sich 40 Schüler der Jahrgangsstufe 12 des St.-Wolfhelm-Gymnasiums. Diese Frage stellen sie nun einer größeren Öffentlichkeit, denn die im Kunstunterricht entstandenen Arbeiten sind derzeit in der Galerie Schmiedenhof in Waldniel ausgestellt. Unter Anleitung von Kunstlehrerin Floeter entstanden in den vergangenen Wochen plastische Arbeiten in Anlehnung an und nach der Beschäftigung mit Alberto Giacometti. Vorgabe war, so erläuterte Schülerin Svenja, die Größe von mindestens 30 Zentimeter, die Verarbeitung von mindestens drei unterschiedlichen Materialien, der Bezug zwischen Körper und Raum.

Nach dieser Vorgabe sind ausgesprochen unterschiedliche Arbeiten entstanden: einige mit Humor wie die Figur mit wirrem Haar "Le Frisür", einige mit Zeitbezug wie "90-60-90", eine dürr aufragende Figur, einige mit gesellschaftspolitischem Hintergrund wie die "Abhängigkeit", eine Arbeit, die wie angetackert an Platine und Handy wirkt. Es wird deutlich, dass die Schüler mit einem inhaltlich ausgearbeiteten Konzept an die Umsetzung ihrer Aufgabe gegangen sind. Die technische Umsetzung ist ebenso unterschiedlich wie der inhaltliche Bezug: mal akribisch genau gearbeitet, mal eher schluderig. Die Aufgabe sei ebenso frei wie anspruchsvoll gewesen, so Floeter. Während die Bilder und Objekte der Schüler in der Regel in den Räumen des Gymnasium präsentiert werden, wünschte sich Floeter für diese Arbeiten eine "Würdigung in größerem Rahmen". Die wurde auf jeden Fall erreicht: Eine schier unübersehbare Menge an Schülern fand sich zur Eröffnung in der Galerie ein, weit mehr als die Ausstellenden. Vereinzelte Einzelbesucher ohne familiären Bezug wurden auch entdeckt. Reden der Kunstlehrerin sowie der Schulleiterin Barbara Cloeters werteten die Ausstellung auf. Dass Schülerarbeiten - ohne durch eine Jury gegangen zu sein - unterschiedslos in einer Galerie gezeigt werden, ist sicher eine Möglichkeit und zeigt das Engagement der Lehrer und Stefie Postler-Lamken vom Schmiedenhof. Doch fragt sich, welches Signal den Schülern damit gegeben wird. Wie leicht der Weg in eine Galerie ist? Dass eine nach Vorgaben im Unterricht entstandene Plastik ein Kunstwerk ist? Dass eine solche Arbeit zu einem Preis von 150 Euro angeboten werden kann? "Ist das Kunst oder kann das weg?" Weg sicher nicht, aber doch eher in einen privaten oder schulischen Raum.

Die Ausstellung "Ist das Kunst oder kann das weg?" im Schmiedenhof, Marktstraße 13 in Waldniel, ist samstags von 11 bis 15 Uhr geöffnet. Zu sehen ist sie bis zum 21. März.

(b-r)
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