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Viersen
Schüler warnen: "Alk macht hohl"

Viersen. Die Schüler des Berufskollegs besuchen die achten Klassen der Schulen in Viersen. Dort sprechen sie über den Umgang mit Alkohol und über ihre eigenen Erfahrungen - vor dem Beginn des Straßenkarnevals. Von Laura Pleiß

"Wir wollen euch den Alkohol nicht verbieten, aber es ist wichtig, dass ihr eure Grenze kennt", erklärt Jan Michaux, Schüler des Berufskollegs in Dülken, den Schülern einer achten Klasse des Albertus-Magnus-Gymnasiums.

Die Schüler des Berufskollegs, die sich in dem Projekt "Alk macht hohl" zur Prävention von Alkoholmissbrauch, gerade vor Karneval, engagieren - Belinda Almeida, Christin Serwas, Jan Michaux, Martina Laska, Vincent Forck - besuchen heute zum ersten Mal in diesem Jahr die achten Klassen der Schulen in Viersen. Die Schüler des Berufskollegs in Dülken aus dem Fachbereich Sozialwesen setzen das Projekt bereits seit sieben Jahren vor Karneval um und erarbeiten ihr Programm für die Unterrichtsstunden jedes Jahr neu.

Dieses Jahr steigen sie mit einem Schockvideo ein, das einen Betrunkenen am Steuer zeigt, der einen kleinen Jungen überfährt, was einige Achtklässler zum Lachen bringt. Als die Klasse daraufhin von den Berufskollegschülern angesprochen wird, was sie von diesem Video halten und warum gelacht wurde, wird es auf einmal ganz still.

Aber die Schüler des Berufskollegs lassen sich davon nicht beirren und sprechen offen mit den Achtklässlern, auch über ihre persönlichen Erfahrungen und ihre Abstürze, wie zum Beispiel der Morgen nach einer durchzechten Nacht.Die Achtklässler können anonym auf Zetteln von ihren Erfahrungen mit Alkohol erzählen. "Ich habe noch keine Erfahrungen mit Alkohol, aber meine Eltern trinken ab und zu ein Glas Wein", schreibt einer der Achtklässler.

Nur einzelne der 13 bis 14-jährigen haben schon Alkohol getrunken. "Das ist nicht unbedingt selbstverständlich, wir haben auch schon Klassen kennengelernt, in denen fast alle Schüler schon Erfahrungen mit Alkohol hatten", erklären die Berufskollegschüler.

Bei einer Powerpoint-Präsentation, die über die Gesetzeslage (Bier, Wein und Sekt ab 16 Jahren, Spirituosen ab 18 Jahren) und die gesundheitlichen Folgen von Alkoholkonsum informiert, hören die Schüler aufmerksam zu. Die Berufskollegschüler warnen auch vor Videos und Fotos, die gemacht werden können, während man betrunken ist, und stellen den Schülern Fragen: "Habt ihr schon einmal getrunken?", "Fühlt ihr euch wohl dabei zu trinken?" "Wissen eure Eltern, dass ihr trinkt?"

Die Schüler, die schon einmal Alkohol getrunken haben, erzählen, dass ihre Eltern auch damit einverstanden waren, dass sie trinken, und keiner der Schüler, die schon einmal Alkohol getrunken haben, fühlte sich durch Gruppenzwang oder ähnliches unwohl dabei, etwas zu trinken.

Danach können die Achtklässler bei Spielen mit der Alkoholbrille erleben, wie die Sehfähigkeit im Rauschzustand beeinträchtigt ist. Das kommt bei den Schülern besonders gut an. Sie müssen beispielsweise mit Alkoholbrille eine Nachricht an ihre Eltern schreiben oder geradeaus auf einer Linie gehen. Das fällt vielen sichtlich schwer und führt zu viel Gelächter.

Abschließend kommen die Berufskollegschüler noch einmal auf den anstehenden Straßenkarneval zurück, bei dem nicht nur zu viel Alkohol ein Problem darstellt, sondern teilweise auch K.-o.-Tropfen, die in die Getränke gemischt werden können.

"Achtet darauf, keine Getränke von Fremden anzunehmen und sollte etwas sein, stehen Helfer vom Ordnungsamt und Sanitäter immer bereit", warnt einer der Berufskollegschüler.

Quelle: RP
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