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Niederkrüchten
"Schule ohne Rassismus": Schüler gewinnen Max Eberl als Pate

Niederkrüchten. Die Realschule Niederkrüchten hat sich auf den Weg gemacht, ein Teil des Netzwerks "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" zu werden. Von Heike Ahlen

Wenn heute die Projektwoche an der Realschule Niederkrüchten endet, dann ist eins sicher: Die Schüler wissen deutlich mehr über fremde Länder, andere Lebensweisen und ferne Kulturen. Denn das, so sind die Projektteilnehmer sicher, ist der erste Schritt, um sich gegen Rassismus zu engagieren - wissen, wo der andere herkommt, warum er ist, wie er ist.

Jennifer und Susanna sind deshalb in einer Gruppe, die sich mit Kontinenten, Ländern und Flüssen beschäftigt. "Das ist ganz wichtig", sind sich die beiden einig. "Wenn jemand neu aus einem fremden Land in eine Klasse kommt - dann weiß doch die Hälfte der Schüler gar nicht, wo dieses Land liegt."

Andere haben sich mit Spielen aus aller Welt beschäftigt, Spiele nachgebaut, eine internationale Modenschau vorbereitet oder international gekocht. Es gab Treffen mit der Flüchtlingshilfe Niederkrüchten, um zu erfahren, wie Menschen als Fremde in der Heimat der Schüler leben. Andere Schüler haben einen Fotoroman oder eine Projekt-Zeitung gestaltet, und für wieder andere hat der Sport als verbindendes Element zwischen allen Kulturen einen großen Raum eingenommen.

Der Sport führt auch zum Paten des Projekts "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Denn um diesem Netzwerk angehören zu dürfen, braucht eine Schule nach intensiver Auseinandersetzung mit dem Thema nicht nur die Unterschriften von 70 Prozent aller Schüler und Lehrer unter einer Selbstverpflichtungserklärung gegen Rassismus, sondern auch einen prominenten Paten. Den hat die Realschule Niederkrüchten in Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl gefunden. Für ihn ist es - um beim Sportlichen zu bleiben - ein Hattrick. Die Realschule Niederkrüchten ist nach dem Gymnasium Rheindahlen, wo er sich schon seit 2003 engagiert, und dem Berufskolleg Volksgartenstraße schon die dritte Patenschule.

"Ich unterstütze Schule ohne Rassismus, weil ich Respekt vor allen Menschen habe und weil niemand wegen seiner Herkunft, Religion oder Hautfarbe diskriminiert werden darf", sagt Eberl. Und er macht genau wie die anderen, die zum Auftakt des Projekts die Kinder auf ihrem Weg begleiten und bestärken wollen - Niederkrüchtens Beigeordneter Klaus Blech und Kreisdirektor Andreas Coenen - deutlich, dass das Engagement noch weiter gehen muss. Es gehe darum, niemanden auszugrenzen. Auch nicht, weil er vielleicht dick sei - oder gut in der Schule, so Coenen.

Im kommenden Schuljahr soll es eine Projekt-Arbeitsgemeinschaft geben, die weiter auf die Titelverleihung hinarbeitet. Wie sich alles entwickelt, welche Ideen die Schüler einbringen, ist noch völlig offen. Schulleiterin Bärbel Buchwald hatte zum Auftakt Robin Bieling (22) aus Wachtendonk eingeladen. Er ist inzwischen Gründer und Vorsitzender des Vereins Sesmaroglo Kids. Das steht für "Send a smile around the globe" - Sende ein Lächeln um die Welt. Er hat nach dem Abitur in Ghana in Schulen gearbeitet und dabei festgestellt, dass er weiter helfen will - und dass ganz kleine Schritte Hilfe zur Selbsthilfe bedeuten können. Schritte, die, wie er versichert, jeder einzelne tun kann, ohne überfordert zu sein.

Quelle: RP
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