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Brüggen
Schulkinder sammelten Bucheckern fürs Martinsfest

Brüggen. Vor 70 Jahren fand die erste Sitzung des St.-Martins-Vereins-Ausschusses statt. Der Ausschuss traf sich am 2. November 1945 unter Vorsitz der Lehrerin Fräulein Otten, am 13. November 1945 machten die Borner aus dem Martinsfest ein frohes Ereignis für Jung und Alt. Haussammlungen von Zucker, Fett und Milch und das gespendete Mehl der Borner Mühle ermöglichten es, jedem Kind einen ein Pfund schweren Buckmann zu schenken.

Ein Jahr später brachten Haussammlungen, Spenden der Bauern, der Borner Mühle, der Molkerei und vor allem der Fleiß der Schulkinder es zustande, die beliebten Buckmänner herzustellen. Sie sammelten mit ihrer Lehrerin im Dilborner Wald Bucheckern. 15 Kilogramm Bucheckern ergaben drei Kilogramm Margarine. Des Weiteren bezahlten die Verantwortlichen vom gesammelten Geld die Musik. Den größten Teil des Geldes bekam die Schule für die Schulspeisung. 1949 erhielten die Kinder die erste Martinstüte nach dem Martinszug - gefüllt mit Äpfeln, einer halben Tafel Schokolade und natürlich einem Buckmann. Ab diesem Jahr prämierten die Borner auch selbst gebastelte Fackeln, und die Erwachsenen trafen sich zum gemütlichen Beisammensein, bei dem einige Buckmänner versteigert wurden.

1950 führte der Martinsverein erstmals eine Verlosung durch. Die Preise stifteten Borner Geschäftsleute, ein Los kostete 20 Pfennig. 1952 kaufte der Martinsverein ein eigenes Martinskostüm mit Mantel und Bischofsmütze. Zuvor hatten die Borner das Kostüm nämlich in Brüggen ausgeliehen. Vor 20 Jahren kauften die Borner das Martinskostüm mit Mantel und Helm, das heute noch verwendet wird. 1994 beschloss der Verein, mit dem Reingewinn aus der Verlosung den Senioren im Dorf ab dem 80. Geburtstag mit einer Tüte zum Martinsfest eine Freude zu machen - Kaffee, Gebäck und ein Buckmann sind darin. 2001 wurde St.-Martins-Verein Born, bestehend seit 1945, als gemeinnützig anerkannt. 2011 wurden erstmals die drei am schönsten geschmückten Häuser am Zugweg prämiert.

Nun blickt der Verein auf das 70-jährige Bestehen zurück. Neben der Pflege des alten Brauchtums, das Martinsfest zu organisieren, stiftete er aus dem Reingewinn der Martinsbälle in den vergangenen Jahren Spielgeräte für Spielplätze in Born und Haverslohe. Regelmäßig erhielten auch Schulklassen und Kindergärten bei der Fackelprämierung eine Spende für ihre Bastelarbeiten.

St. Martin zieht am Samstag, 14. November, durch Born. Start ist um 17.15 Uhr an der Grundschule am Schwalmweg. Zum 70-jährigen Bestehen lädt der Martinsverein ab 20 Uhr zur kostenlosen Sonderverlosung beim Martinsball im Pfarrheim ein.

(off)
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